Zu Ende Juli verliert die Universität Luzern mit dem anerkannten Soziologen Rudolf Stichweh zugleich ihren ehemaligen Rektor. 2003 aus Bielefeld auf eine Professur für Soziologische Theorie und Allgemeine Soziologie berufen, war er von 2006 bis 2010 als Rektor maßgeblich an der Weiterentwicklung der Universität Luzern beteiligt.

In den Jahren vor seiner Luzerner Berufung hatte er sich insbesondere in der soziologischen Systemtheorie, als Theoretiker der Weltgesellschaft sowie als Wissenschaftsforscher einen Namen gemacht. Das Soziologische Seminar verdankt ihm die Etablierung dieser drei Bereiche als Schwerpunkte des Instituts. Die Reputation und Kompetenz Stichwehs hat wesentlich zur Profilierung der Universität Luzern in Forschung und Lehre beigetragen – insbesondere in der Soziologie und im Studiengang Weltgesellschaft und Weltpolitik. In der Forschung konnte sich das Soziologische Seminar dank Stichweh als international anerkanntes Zentrum der Theorieentwicklung profilieren. Darüber hinaus konnte die Universität von seiner Reputation zu Themenbereichen profitieren, zu denen Stichweh seit seiner Dissertationsschrift zur Entstehung der Physik und seiner Habilitationsarbeit zum neuzeitlichen europäischen Universitätssystem sichtbare Veröffentlichungen vorgelegt hat. Hierzu zählen insbesondere Analysen der europäischen Universitätsgeschichte und gegenwärtiger Universitätsstrukturen.

Der heute sechzigjährige Rudolf Stichweh wechselt an die Universität Bonn, wo er mit der Entwicklung eines Forschungszentrums für Entwicklungs- und Demokratieforschung (Forum "Internationale Wissenschaft Bonn") betraut ist und die neugeschaffene Dahrendorf Professur "Theorie der modernen Gesellschaft" bekleiden wird. 

15. Mai 2012