Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Elisabeth Gössmann ist am 1. Mai 2019 verstorben. Sie nahm im Jahr 2003 von der Theologischen Fakultät die Ehrenpromotion entgegen. Das Wirken von Elisabeth Gössmann wurde von der Theologischen Fakultät damals wie folgt gewürdigt:

«Als katholische Theologin der ersten Stunde hat sie, von der Mediävistik ausgehend, einen bis dahin unbeachteten Kosmos von Frauengeschichte und -spiritualität eröffnet. Mit dem Archiv für philosophie- und theologiegeschichtliche Frauenforschung stellt sie wertvolle, vergessene oder schwer zugängliche Quellen zur Verfügung, die für die Wissenschaft von bleibendem Wert sind und die Notwendigkeit einer umfassenden Geschlechterforschung eindrucksvoll untermauern. Ihr Ansatz der feministischen Theologie ist der Kommunikation und Offenheit verpflichtet; er ist geprägt von einem herausragenden wissenschaftspolitischen und menschlichen Engagement und hat die Genderforschung in der Geschichte wie in der Theologie mit vorbereitet.

Als Forscherin und Lehrerin, aber auch in der produktiven Auseinandersetzung mit den Hürden in ihrer Lebensgeschichte ist sie eine herausragende Person theologischer und wissenschaftlicher Zeitgeschichte, die es immer wieder verstanden hat, die nachfolgende Generation für Frauenforschung zu begeistern. Sie ist eine der Gründungsmütter der Frauenforschung in der Theologie. Als Wanderin zwischen den Welten hat sie entscheidende Verständigungsarbeit zwischen japanischer und europäischer Denktradition geleistet und repräsentiert jene Tugenden, die in der globalisierten Welt so notwendig sind.»
 

Die Theologische Fakultät der Universität Luzern bewahrt dieser grossen Theologin ein ehrendes Andenken.

Gerne verweisen wir auf die Nachrufe von Prof. Dr. Helen Schüngel-Straumann, Basel (Nachruf), sowie von Prof. Dr. Dr. h.c. Irmtraud Fischer, Graz (Nachruf).

20. Mai 2019