Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen –Thierry Kneissler, ehemaliger Mitbegründer und CEO der Bezahl-App Twint, im Gastreferat an der Uni Luzern.

Von links: Reto Hofstetter, Thierry Kneissler, Melanie Clegg

„Nicht alles folgt immer der Theorie, die Praxis ist oft anders“
Dies ist nur einer der Sätze, welcher den Studenten nach einem eindrücklichen Vortrag wohl in Erinnerung nachhallen wird. 

Nach seinem VWL Studium an der Universität Bern, anschliessendem MBA an der Hochschule St. Gallen und mitunter 6 Jahren in der Geschäftsleitung von Postfinance, erkannten Thierry Kneissler und sein Team den Wandel in der Fintech-Branche bereits früh. Vorreiter wie Paypal und TapIt machten es vor. Übertragen auf die Mobile-Branche wollte man nun ein eigenes Projekt lancieren. 

Ökonomisch untypisch wendeten sich Kneissler und seine Kollegen Anfangs 2014 mit nichts weiter als einem Proposal an die Geschäftsleitung. Doch ihre Courage sollte sich auszahlen; die Leitung war begeistert und das Budget erstmal gesichert.

In der Kleingruppe, getreu dem Motto „zu viele Köche versalzen die Suppe“, reifte die Idee weiter aus und erlangte schon bald die Marktreife. Twint wurde als Tochterunternehmen der Postfinance noch im gleichen Jahr gegründet. 

Doch nicht alles verlief immer reibungslos. Kneissler verrät: „Manchmal brauchte es auch einfach ein bisschen Glück und noch wichtiger, die richtigen Leute“.

Seither entwickeln sich die App und Benutzerzahlen ständig weiter. 2016 folgte schlussendlich die Fusion mit Konkurrent Paymit.

Ende 2018, nach also knapp vier Jahren, verliess Kneissler Twint überraschend und verabschiedete sich von der mittlerweile meistgenutzten Bezahl-App der Schweiz.

Kneissler, der sich gerne an der Erschaffung neuer Projekte beteiligt und sein Wissen weitergeben möchte, verwirklicht dies nun mit einem eigenem Beratungsunternehmen.

Abschliessend gibt er jungen Start-Up-Gründern noch folgendes mit auf den Weg:
„Machen, einfach machen! Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht und Probleme werden immer wieder auf den Plan treten. Aber auch diese können überwunden werden und Grosses kann entstehen“. 

 

Autor: Steven Wyss

Steven Wyss studiert im 2. Semester Wirtschaft
14. Mai 2019