Prof. Dr. Manuel Oechslin und Prof. Dr. Johannes Binswanger erforschen die Wechselwirkungen zwischen fundamentaler Unsicherheit, individuellem Verhalten und makroökonomischen Entwicklungen. Das Ziel ist, gesamtwirtschaftliche Krisenpotenziale besser erkennen zu können.

(Symbolbild: Saramukitza/Pixabay)

Marktwirtschaften generieren regelmässig Innovationen in Form neuartiger Geschäftsmodelle und Institutionen. Dadurch ändern sich manchmal gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in einer Weise, die sich nicht mehr objektiv, das heisst aufgrund vorhandener Daten und Erfahrungen, abschätzen lassen. Die entstehende fundamentale Unsicherheit beeinflusst im Folgeeffekt makroökonomische Entwicklungen. Ein universitätsübergreifendes Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Manuel Oechslin (Luzern) und Prof. Dr. Johannes Binswanger (St. Gallen) soll vertiefte Erkenntnisse über die Funktionsweise einer Wirtschaft unter fundamentaler Unsicherheit liefern. Der Fokus der Forschung liegt auf dem Zusammenspiel von fundamentaler Unsicherheit und individuellem Verhalten, da diese Wechselwirkung die Krisenanfälligkeit einer Wirtschaft stark erhöhen kann.

Krisenpotenziale minimieren

Die Forschenden entwickeln in ihrem Projekt eine Theorie über die subjektive Erwartungsbildung, die dem Handeln von Akteuren zugrunde liegt. Dazu untersuchen sie ökonomische Anreize, welche auf die Erwartungsbildung einwirken. Die Forschungserkenntnisse sollen helfen, gesamtwirtschaftliche Krisenpotenziale klarer zu erkennen und ein besseres Verständnis darüber zu erlagen, wie diese durch Regulatoren und Zentralbanken vermindert werden können.

 

  • Originaltitel des Projekts und Übertragung ins Deutsche: "Uncertainty, Beliefs, and Crises in Macroeconomics" (Unsicherheit, Erwartungen und Krisen in der Makroökonomie)
  • Leitung: Prof. Dr. Manuel Oechslin, Professor für Internationale Ökonomie (Universität Luzern, WF); Prof. Dr. Johannes Binswanger, Professor für Betriebswirtschaft und Wirtschaftspolitik (Universität St. Gallen)
  • Mitarbeitende: 2 Doktorierende, noch zu bestimmen
  • Projektdauer: 4 Jahre
  • Bewilligte Fördersumme des Schweizerischen Nationalfonds (SNF): CHF 502'000 Franken (gerundet)

 

20. November 2019