In diesem Sommer erschien das Buch "History Within. The Science, Culture, and Politics of Bones, Organisms, and Molecules" von Marianne Sommer, Professorin für Kulturwissenschaften an der Uni Luzern.

Dienste wie 23andMe und Ancestry.com bieten an, was einst wie Science-Fiction klang. Sie versprechen unseren genetischen Code zu analysieren und damit Fakten über unsere Abstammung herauszufinden, die sonst im Verborgenen blieben. Ist es aber wahr, dass in unseren Genomen steht, wer wir sind und woher wir kommen? Sind Gene die besseren Belege für unsere Geschichte und Identität als Fossilien oder historische Quellen?

Unsere Interpretation von Gensequenzen ist, wie auch unsere Interpretation anderer historischer Quellen, unweigerlich eine Geschichte, die mit politischen und moralischen Werten beladen ist. Dieser Geschichte geht Marianne Sommer in ihrem neusten Buch anhand der Arbeiten von Henry Fairfield Osborn, Julian Sorell Huxley und Luigi Luca Cavalli-Sforza nach. Sie zeigt auf, wie Paläoanthropologie, Evolutionsbiologie, und die menschliche Populationsgenetik über Museen, Zoos oder Genlabore unsere Vorstellung von uns selbst und andern, von Natur, Gesellschaft und Kultur prägen.

13. September 2016