Mit Eva Illouz konnte für die diesjährige Lucerne Master Class erneut eine international renommierte Wissenschaftlerin gewonnen werden. Die Soziologieprofessorin spürt den Paradoxien nach, die sich aus der Verbindung von Kapitalismus und Emotion ergeben.

Eva Illouz (Bild: צחי לרנר, Wikimedia Commons)

Bei der Lucerne Master Class, einer international ausgerichteten Intensiv-Lehrveranstaltung für Doktorierende, steht bereits in der fünften Durchführungsrunde als übergeordnete Thematik "Marktkulturen" im Fokus. Prof. Eva Illouz von der Hebrew University of Jerusalem/École des hautes études en sciences sociales, Paris, lehrt vom 23. bis 27. September zum Thema "The Paradoxes of Capitalism and Emotions".

Öffentlicher Vortrag

Am 24. September hält sie den Vortrag "What is Capitalist Subjectivity?", der auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich ist. Vom Werk Michel Foucaults ausgehend, diskutiert Illouz, dass und inwiefern bei aktuellen Überlegungen zur Frage, was ein Individuum ausmacht, unbedingt die neuesten Forschungen zum Einfluss kapitalistischer Märkte sowie Erkenntnisse der sogenannten "Glücksforschung" einbezogen werden müssen. 

Einem breiteren Publikum ist Eva Illouz unter anderem als Verfasserin diverser Beiträge für deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften bekannt und als Autorin von "Warum Liebe endet" (2018), "Warum Liebe weh tut" (2011) sowie "Gefühle in Zeiten des Kapitalismus" (2006). 2009 reihte "Die Zeit" Prof. Illouz in die Liste von zwölf Intellektuellen ein, die wahrscheinlich das Denken der Zukunft verändern werden. Sie war und ist Gastprofessorin an den weltweit bedeutendsten Universitäten sowie Trägerin verschiedener Preise und Ehrungen. So erhielt Prof. Illouz beispielsweise letztes Jahr den E.M.E.T-Preis, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung Israels, und wurde zur Ritterin der Ehrenlegion Frankreichs geschlagen.

Intensiver Austausch

Organisiert wird die Lucerne Master Class von der Graduate School of Humanities and Social Sciences, dem Doktoratsprogramm der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (KSF) der Universität Luzern. Die komplett auf Englisch durchgeführte Reihe erhält von der Stiftung Mercator Schweiz finanzielle Unterstützung. Für die diesjährige Durchführung wurden aus 23 Bewerbungen 14 Doktorierende für die Teilnahme ausgewählt. Zwei der jungen Forschenden promovieren an der KSF, die übrigen kommen von anderen Schweizer Universitäten und Ländern wie Brasilien, Deutschland, Österreich und den USA. Die Doktorierenden profitieren eine Woche lang vom intensiven Austausch untereinander – und natürlich auch von jenem mit Eva Illouz. 

Kontakt:
Dr. Christina Cavedon, Wissenschaftliche Geschäftsführerin GSL, christina.cavedonremove-this.@remove-this.unilu.ch

17. September 2019