Kinderkrebs: bessere Behandlung dank Qualitätskriterien

Eine Studie am Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin untersucht, wie die Behandlung von Kinderkrebs in der Schweiz verbessert werden kann. Das Projekt wird von der Stiftung Krebsforschung Schweiz gefördert.

Die goldene Schleife, ein Symbol für die Solidarität mit krebskranken Kindern. (Bild: ©istock.com/ThitareeSarmkasat)

Dass Kinder an Krebs erkranken, geschieht zwar selten, doch sind die jungen Patientinnen und Patienten für die darauffolgende Behandlung umso mehr auf spezialisierte Kliniken sowie speziell ausgebildetes Gesundheitspersonal angewiesen. Abgesehen von minimalen Standards gibt es in der Schweiz bisher jedoch keine Kriterien, um die Qualität solcher Behandlungen zu messen. Im Rahmen der Studie «LENTIL – QuaLitätskritErien iN der KInderonkoLogie in der Schweiz» sollen nun solche Qualitätskriterien definiert werden. Dies unter der Leitung von Prof. Dr. med. Katrin Scheinemann, Titularprofessorin für medizinische Wissenschaften an der Universität Luzern und Leitende Ärztin Pädiatrische Onkologie-Hämatologie und Tagesstation am Kantonsspital Aarau.

Zusammenarbeit mit Betroffenen

Zur Definition der Qualitätskriterien ist das Forschungsteam momentan daran, in einem ersten Schritt bestehende oder vorgeschlagene Kriterien aus verschiedenen Ländern zu sammeln. Dies geschieht einerseits anhand einer Literaturrecherche. Andererseits werden demnächst auch europaweit Expertinnen und Experten nach bereits bestehenden Qualitäts- und Zertifizierungsindikatoren in ihren Behandlungszentren befragt. In einem nächsten Schritt wird überprüft, inwiefern sich die identifizierten Kriterien für die Schweiz eignen. Dazu werden diese sowohl von Expertinnen und Experten des Schweizer Gesundheitswesens als auch von ehemaligen Patientinnen und Patienten sowie von Eltern erkrankter Kinder beurteilt. In einem letzten Schritt werden dann diejenigen Kriterien ausgewählt, welche im Rahmen der Beurteilung als besonders geeignet und wirksam erachtet wurden. Die daraus resultierende Liste an Kriterien soll helfen, Qualität objektiv und transparent darzustellen und so die Krebsbehandlung in der Schweiz langfristig zu verbessern.

Förderung durch Krebsforschung Schweiz

«LENTIL» startete Anfang dieses Jahres und läuft bis Ende 2024. Neben der Projektleiterin Prof. Dr. med. Katrin Scheinemann sowie der Co-Projektleiterin Prof. Dr. Gisela Michel, Professorin für Gesundheits- und Sozialverhalten an der Universität Luzern, wirken bei der Studie zudem Dr. med. Maria Otth, Oberärztin Pädiatrische Onkologie-Hämatologie am Kantonsspital Aarau und Postdoktorandin, und Sarah Schladerer, Doktorandin am Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin, als wissenschaftliche Projektmitarbeiterinnen mit. Die Studie wird im Rahmen des Förderprogramms «Onkologische Versorgungsforschung» der Stiftung Krebsforschung Schweiz mit 245'300 Franken gefördert.