Die Würde, Freiheit und Gleichheit aller Men­schen, das Recht auf Selbstbestimmung und politische Partizipation, auf Privatheit und Eigentum, die Verpflichtung zu Solidarität oder die Ablehnung von Folter und Todes­strafe gelten nach wie vor als zentrale Grundwerte der Schweiz.

Bis vor etwa zwanzig Jahren wurde in unseren Breitengraden vor allem darüber diskutiert, wie und mit welchen Mitteln diese wichtigen aufklärerischen Anliegen am besten verwirklicht werden können. Angesichts der neuen weltpolitischen und informationstechnologischen Herausforderungen geht es heute in den Diskussionen innerhalb und ausserhalb der Universität zudem darum, überhaupt neu zu begründen, um welche Vorstellungen es sich dabei handelt und warum diese Werte der Auf­klärung, wie sie im 17. und 18. formuliert, debattiert und gefordert wurden, bis heute und insbesondere heute, grundlegend und notwendig sind.

Ausgehend von der Überzeugung, dass die Aufklärung weder als "tot" anzunehmen noch "abzuschaffen" sei, ist von Vertreterinnen und Vertretern aller vier Fakultäten der Universität Luzern ein universitäres Forschungsnetzwerk gegründet worden. Historische, empirische und normative Forschungen ergänzen sich darin kritisch bei der Frage einerseits nach den unterschiedlichen Interpretationen historischer "Aufklärung" und andererseits bei der Suche nach aktuellen Antworten auf drängende Fragen zu Natur und Umwelt, Politik und Demokratie, Wirtschaft und Technologie, die den einzelnen Menschen ebenso betreffen wie politische Gemeinschaften, die Gesellschaft oder die Menschheit als Ganze.

Der Blick wird dazu also auf eine Epoche gerichtet, die noch vor der ersten Moderne, wie sie etwa von Ulrich Beck bestimmt worden ist, einsetzt: Die europäische und nordamerikanische Aufklärung. Für die Erforschung aktueller Realisierungsbedingungen von gesellschaftlicher und politischer Pluralität und kritischem Denken drängt sich diese Ausweitung des Blicks auf. Die Aufwertungen von Vielfalt und Kritik in wissenschaftlicher, ästhetischer und politischer Hinsicht, wie sie im 17. und 18. Jahrhundert ins Recht gesetzt wurden, kam in vielen Bereichen im 19. Jahrhundert zu einem abrupten Ende. An das frühe aufklärerische Erbe schliessen die Forschungsgruppen mit ihren Untersuchungen an und befragen dieses auf seinen Nutzen für uns heute.

 

 

Zentrum für Aufklärung, Kritisches Denken und Pluraliät 

 

Operative Leitung

Prof. Dr. Christine Abbt, Prof. Dr. Boris Previsic, Prof. Dr. Daniel Speich

Leitungsteam

Prof. Dr. Christine Abbt, Prof. Dr. Malte-Christian Gruber, Prof. Dr. Martin Hartmann, Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger, Prof. Dr. Sophie Mützel, Prof Dr. Boris  Previšić, Prof. Dr. Daniel Speich

Koordination und Kontakt

Dr. Steven Howe

T +41 41 229 54 23 
F +41 41 229 53 25
steven.howe@unilu.ch