von Prof. Dr. Martina Caroni, LL.M. (Yale), Ordinaria für öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht

Sowohl aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen als auch als Folge der modernen Fortpflanzungsmedizin erleben wir heute eine Multiplizierung der Familienformen. Nicht alle diese Familienrealitäten sind bereits rechtlich anerkannt, einige sind gar explizit verboten. Aber auch wenn sie zuweilen an den Grundfesten der schweizerischen Rechtsordnung rütteln, schaffen sie eine gesellschaftliche Realität, in der familiäre Beziehungen häufig nicht mehr abstammungsmässig erfasst werden können. Dies stellt nicht nur das Zivilrecht vor schwierige Entscheide, sondern fordert auch jene Rechtsbereiche wie z.B. das Migrationsrecht heraus, die auf zivilrechtliche Regelungen zurückgreifen. Wie soll, kann oder muss das Migrationsrecht mit diesen Realitäten umgehen? Dieser und vergleichbaren Fragen an der Schnittstelle von Migration und Familienleben möchte das vorliegende Teilprojekt untersuchen.