Transnational Leben – Lebensentwürfe, Familien und Netzwerke im Kontext von Migration und Globalisierung

Ethnologisches Proseminar von Clara Koller, MA

Dieses Seminar führt in die Forschung zu transnationaler Migration und damit verbundenen Lebensformen ein. Forschungen haben gezeigt, dass transnationale Migration nicht zum Abbruch der sozialen Beziehungen im Heimatland führen muss. Durch verschiedene grenzüberschreitende Praktiken entstehen neue soziale Räume. Mit diesen sogenannten „transnationalen sozialen Feldern“ wollen wir uns im Seminar auseinandersetzen. 

Eine zunehmende Globalisierung und Mobilität sowie neue Kommunikationstechnologien wie Skype und Facebook haben zu intensiveren Vernetzungen und neuen Möglichkeiten geführt, Beziehungen aufrecht zu erhalten. Grenzüberschreitende Migration ist kein neues Phänomen, schon lange verlassen Migrantinnen und Migranten ihre Heimatländer auf der Suche nach Arbeit, Chancen und neuen Lebensentwürfen. Doch wie wird heute kommuniziert? Wie werden Beziehungen aufrechterhalten und was bedeutet es, transnational zu leben? Wie werden die Dynamiken der Entgrenzung auch von Begrenzungen wie restriktiven Einwanderungsregimen in Zielländern eingeschränkt? Mit dieser Widersprüchlichkeit und Komplexität wollen wir uns kritisch befassen. 
Wir lesen und diskutieren theoretische und empirische Texte mit aktuellen Fallbeispielen weltweit mit Schwerpunkt auf Südostasien und den Philippinen. Im Zuge dessen werden Begriffe wie „transnationale Familie“, „Haushalt“ und „Diaspora“ kritisch beleuchtet. Zudem diskutieren wir jeweils an ethnographischen Beispielen unter anderem die folgenden Themen: Arbeits- und Heiratsmigration, Flucht, soziale Beziehungen, care, remittances, Kommunikation, soziale Medien sowie transnationale politische, wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Praktiken.

 

FS 2018, wöchentlich (Mittwoch), 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11

Universität Luzern

Frohburgstrasse 3

6002 Luzern