„Eine schrecklich nette Familie“: Entstehung und Verbreitung eines Ideals

Interdisziplinäres Masterseminar von  Prof. Dr. Bettina Beer und Prof. Dr. Jon Mathieu (Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)

In diesem interdisziplinären Seminar werden wir aus Sicht der Geschichtswissenschaft und der Ethnologie den Prozess des Exports euro-amerikanischer Modelle der „Kleinfamilie“ untersuchen und verschiedene Erklärungsansätze für deren Verbreitung kritisch diskutieren. Dieser Prozess kann als „Familifizierung“ bezeichnet werden und beschreibt den sozialen Wandel, in dem die vom Westen als „Kernfamilie“ betrachteten Beziehungen ideologisch zu einer speziell hervorgehobenen Einheit umdefiniert werden. Diese Beziehungen sind getrennt von denjenigen, welche auf der weiteren Verwandtschaft, auf Freundschaft oder Nachbarschaft basieren. Der Prozess hängt laut einer Pionierstudie mit weiteren Veränderungen zusammen: „A growing focus on the ‘family’ is connected to the broader context of religion, consumerism and advertisements, medicine and health care, social work, policies, gender, corporations and the education system.“

Vorkenntnisse in Ethnologie und Geschichte sind erwünscht, wenn möglich auch in Verwandtschaftsethnologie. Ein abgeschlossenes BA-Studium ist Voraussetzung, wer das Seminar als Hauptseminar im Rahmen des BA-Studiums besuchen möchte, sollte die Möglichkeit mit einem der Dozierenden vor dem Seminar besprechen.

Wir werden Beispiele für den Wandel verwandtschaftlicher Beziehungen sowohl aus verschiedenen historischen Perioden der Neuzeit als auch aus Regionen wie Süd- und Mittelamerika, Asien, Afrika und Ozeanien heranziehen.

FS 2018, wöchentlich (Donnerstag) 16.15-18.00, 3.B52

Universität Luzern

Frohburgstrasse 3

6002 Luzern