Arbeitserleben und Job Crafting

Der neuste HR-Barometer beleuchtet das Wechselspiel zwischen Arbeitserleben, betrieblicher Arbeitsgestaltung und Job Crafting. Mit Job Crafting wird die Gestaltung der Arbeit durch die Beschäftigten selbst bezeichnet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Beschäftigten ihre Arbeit nach eigenen Bedürfnissen und Zielen aktiv mitgestalten. Im Konkreten erweitern achtzig Prozent der Befragten ihre Arbeitsressourcen in dem sie persönliche Unterstützung suchen, rund sechzig Prozent der Befragten suchen sich neue Herausforderungen, und gut dreissig Prozent reduzieren die emotionalen, körperlichen oder mentalen Belastungen bei der Arbeit.

Obwohl Job Crafting eine Strategie der Beschäftigten darstellt, ihr Arbeitserleben positiv zu beeinflussen, ersetzt Job Crafting die betriebliche Arbeitsgestaltung nicht. Vielmehr greifen betriebliche Massnahmen und Job Crafting verstärkend ineinander und tragen gemeinsam zu einem positiven beziehungsweise negativen Arbeitserleben bei. Um positive Effekte auf das Arbeitserleben zu initiieren und aufrechtzuerhalten, empfiehlt die Studie den Arbeitgebern, Job Crafting zu fördern, indem die Handlungsspielräume der Beschäftigten in Form von Partizipationsmöglichkeiten, Aufgabenvielfalt und Autonomie erweitert werden. Weiter können Unternehmen mit entsprechenden Führungsmassnahmen und einem erfüllten psychologischen Vertrag direkt auf das Arbeitserleben der Beschäftigten einwirken. So erleben Beschäftigte, die sich durch ihren Vorgesetzten sozial und fachlich unterstützt fühlen, weniger Stress und sind zufriedener bei der Arbeit. Ein erfüllter psychologischer Vertrag setzt voraus, dass Arbeitgeber und Beschäftigte ihre wechselseitigen Erwartungen transparent kommunizieren und klar bestimmen. Dazu bilden Feedbackgespräche einen günstigen Rahmen.

Artikel über Jobcrafting mit Prof. Dr. Gudela Grote