Organisationen haben oftmals Mühe, talentierte Mitarbeitende zu identifizieren. Eine Forschungsgruppe rund um Prof. Dr. Bruno Staffelbach untersucht in einem Projekt systematische Verzerrungen und Einflüsse, welche bei der Talentidentifikation relevant sind.

(Symbolbild: ColiN00B/Pixabay)

Talentmanagement ist ein zentrales Element bei der nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Entwicklung einer Organisation. Talentierte Mitarbeitende sollen identifiziert, gefördert und durch gezielte Massnahmen an die Organisation gebunden werden. Wissenschaftliche Studien zeigen aber, dass Organisationen die Talentidentifikation schwerfällt. Ein Grund dafür könnten sogenannte "Biases" sein.

Diskriminierungsfreie Identifikation

Als Biases werden systematische Verzerrungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen bezeichnet, die zur Diskriminierung einzelner Gruppen führen können. Das Forschungsprojekt untersucht solche Biases bei der Talentidentifikation. Einerseits erforscht das Projekt den Einfluss eines unbeständigen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Arbeitsumfeldes auf Biases in der Talentidentifikation. Andererseits geht die Forschung den Fragen nach, welche Art von Biases bei der Talentidentifikation relevant sind und wie den Biases, welche diskriminierende Entscheidungsfolgen haben, entgegengewirkt werden kann. Der Fokus liegt dabei auf dem "similarity bias". Der similarity bias bezeichnet das Phänomen, dass man Personen, welche einem selbst ähnlich sind – sei dies in der Persönlichkeit, der Denkweise oder den demografischen Merkmalen – bevorzugt. Ziel des Vorhabens ist es, mit den Forschungsergebnissen zur effektiveren und diskriminierungsfreien Talentidentifikation beizutragen.  

 

  • Originaltitel des Projekts und Übertragung ins Deutsche: "Biases in Talent Identification. A Quantitative Investigation of Contextual Influence" (Verzerrungen in der Talentidentifikation. Eine quantitative Untersuchung von Kontextfaktoren)
  • Leitung: Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Professor für Betriebswirtschaftslehre
  • Mitarbeitende: Dr. Lea Rutishauser, Sandra Furrer (Doktorandin)
  • Projektdauer: 34 Monate
  • Bewilligte Fördersumme des Schweizerischen Nationalfonds (SNF): CHF 420'000 (gerundet) 

 

20. November 2019