Wann ist es wahrscheinlich, dass Mitarbeitende absichtlich gegen organisatorische Normen verstossen, indem sie längere Pausen einlegen, das Eigentum des Unternehmens entwenden oder eine Quittung fälschen? Das Journal of Business and Psychology hat die Forschung von Anna Sender, Manuela Morf und Anja Feierabend mit dem Titel „Aiming to leave, aiming to harm“ zur Publikation akzeptiert.

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Das Fehlverhalten der Mitarbeitenden kann für Unternehmen sehr kostspielig sein. Die geschätzten Kosten für Mitarbeiterdiebstahl und Betrug in den USA belaufen sich z.B. auf 50 Mrd. USD pro Jahr. Die Studie von Dr. Anna Sender, Dr. Manuela Morf und Dr. Anja Feierabend verwendet Schweizer Human-Relations-Barometer-Daten und untersucht, wie die individuelle Situation (Kündigungsabsichten, Bildung) und Kontextfaktoren (Arbeitslosenquote der Arbeitgeberbranche) die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, dass Arbeitnehmende in der Schweiz geringfügiges Fehlverhalten (z. B. zu spät zur Arbeit kommen) oder schwerwiegendes Fehlverhalten (z. B. Fälschung einer Quittung) begehen. Die Ergebnisse zeigen, dass Mitarbeitende am ehesten zu schwerwiegendem Fehlverhalten neigen, wenn sie das Unternehmen verlassen möchten (hohe Kündigungsabsichten) und leicht eine neue Stelle finden können (hohe Bildung und niedrige Arbeitslosenquote).

Zur Studie

16. März 2020