Zwischen monastischer und reformierter Metaphysik. Die schweizerische 'Wiege' der Ontologie im Zeitalter der Reformation

Schriftliche Zeugnisse aus der Frühen Neuzeit, die in der Schweiz gehaltene Unterrichte zur Metaphysik übermitteln und bisher noch unbekannt waren, weisen nach, dass ein innovativer Beitrag zu den Studien über die „Geburt“ der Ontologie in der Analyse von monastischer und reformierter Metaphysik liegt, d.h. der Metaphysik, die im Zeitalter der Reformation in den Bildungsinstitutionen unterrichtet wurde.

Die Verbindung zwischen reformierter und monastischer Metaphysik stellt eine Novität dar. Wenn über die Metaphysik der Jesuiten schon einiges bekannt ist, besitzen wir geringe Informationen über die Metaphysik, die Benediktiner und Zisterzienser in der frühen Neuzeit entwickelt haben. Das Projekt geht aus einer Voruntersuchung (d.h. des 2016 vom SNF geförderten Projekts Metaphysik und Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation), die die Wiederauffindung der neuen Texte ermöglicht hat.

Diese neue Forschungsrichtung verzweigt sich in drei miteinander verbundenen Wegen, die das Rückgrat des Projekts sind, und zwar: die Vertiefung der Verbindung zwischen reformierter und monastischer Metaphysik; die kritische Ausgabe von drei handgeschriebenen Texten, die in Luzern und Engelberg gehaltene Unterrichte zur Metaphysik übermitteln; die Notwendigkeit, der Geburt der Ontologie anhand von 6 Fallstudien nachzugehen: Bern, Lausanne, Neuchâtel, Einsiedeln, Engelberg, St. Urban.

Das Projekt zielt darauf ab, die Kartographie der Reformation in der Schweiz auf den Spuren des Metaphysikunterrichts in Schweizer Institutionen neu zu definieren und damit einen präzisen Platz für Schweizer Studien im Panorama der Forschung zur Metaphysik/Ontologie in der Frühen Neuzeit zu gewinnen. Die Forschungsergebnisse werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Angestellt im Projekt sind Dr. Marco Lamanna und Dr. Chiara Paladini.