Vortrag von Prof. Dr. Thomas Duve (Direktor Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt a.M.) im Rahmen der Vortragsreihe laboratorium lucernaiuris

Datum: 8. Mai 2019
Zeit: 18.15 Uhr bis 19.30 Uhr
Ort: Universität Luzern, Raum N.N.

Die Rechtsgeschichte des kolonialen Hispanoamerika wird seit ihren Anfängen vor einem Jahrhundert als Geschichte des Aufbaus staatlicher Strukturen nach einem europäischen Modell geschrieben. Diese Forschungstradition bestimmte die Erkenntnisinteressen, die Normvorstellungen und den Konsens über die relevanten Quellen. In dem Vortrag soll eine andere mögliche Erzählung skizziert werden: eine Geschichte der Normerzeugung, der ein pragmatisches Normverständnis zu Grunde liegt und die nicht zuletzt anhand von Wissen erzählt werden muss, das in einem besonderen Medium gespeichert war – der pragmatischen normativen Literatur.

 

Zur Person

Thomas Duve wurde 1967 in Hamburg geboren. Nach Studium in Heidelberg, Buenos Aires, München und Rechtsreferendariat in Hamburg war er als Fakultätsassistent an der Universität München, als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann als Leiter eines Teilprojekts am SFB 573 (Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit) in München tätig. Promotion 1997, Habilitation 2005 (Bürgerliches Recht, Deutsche Rechtsgeschichte, Historische Rechtsvergleichung, Kirchenrecht und Rechtsphilosophie). Von 2005 bis 2009 war er Professor für Rechtsgeschichte mit sog. dedicación especial en investigación an der Juristischen Fakultät und Professor für Geschichte des Kirchenrechts an der Fakultät für Kirchenrecht der Pontificia Universidad Católica Argentina (UCA) sowie Mitglied des Direktoriums des Instituto de Investigaciones de Historia del Derecho, Buenos Aires.

Seit 2009 ist er Wissenschaftliches Mitglied der MPG, seit 2010 Direktor am MPIeR und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe Universität Frankfurt. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Rechtsgeschichte-Legal History sowie der Schriftenreihen des Max-Planck-Instituts, der Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts (Mohr Siebeck), der Reihe Politische Philosophie und Rechtstheorie des Mittelalters und der Neuzeit (PPR) und der Reihe methodica – Einführungen in die rechtshistorische Forschung.