Das Zivilverfahrensrecht umfasst die Regeln der Durchsetzung privatrechtlicher Ansprüche im Verfahren vor Gerichten und Vollstreckungsbehörden. Es ist ein wesentlicher Teil des Systems zivilrechtlichen Rechtsschutzes. Kenntnisse des Zivilverfahrensrechts bilden eine Kernkompetenz von Juristinnen und Juristen – dies im Unterschied zu anderen Zivilrechtsgebieten, auf denen regelmässig auch Personen ohne juristische Ausbildung in ihrem Tätigkeitsbereich gewisse praktische Kenntnisse haben. Nicht umsonst ist die berufsmässige Führung von Zivilprozessen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten – also Juristinnen und Juristen – vorbehalten. Gleichwohl gilt das Fach unter Studierenden als schwierig. Dies mag daran liegen, dass zivilverfahrensrechtliche Fragen in der unmittelbar erlebten und in der medial vermittelten Lebenswirklichkeit eine vergleichsweise geringe Rolle spielen – anders als etwa familienrechtliche, mietrechtliche oder strafrechtliche Zusammenhänge. Die Herausforderung besteht darin, die Materie anschaulich zu machen, ohne ihre anspruchsvolle juristische Systematik zu verwischen. Wesentlich ist ferner der Austausch mit Praktikerinnen und Praktikern aus Advokatur und Justiz; er bringt für Forschung und Lehre fruchtbare Anregungen. Weiterbildungsveranstaltungen sind Foren solchen Austauschs. Die Grundlage bildet stets die ernsthafte wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit zivilverfahrensrechtlichen Fragestellungen. Sie ist die Aufgabe, der diese Professur in erster Linie verpflichtet ist.  Das Prozessrecht ist indessen kein Selbstzweck, sondern dient der Durchsetzung des Sachrechts. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Obligationenrecht, – mithin mit einem sachrechtlichen Thema – bildet deshalb eine wesentliche Ergänzung des zivilverfahrensrechtlichen Schwerpunktes. Auch sie steht vor dem Hintergrund entsprechender praktischer Erfahrung.