Die «Hochpreisinsel Schweiz» ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Eine Ursache ist, dass Unternehmen teilweise ihre Produkte in der Schweiz zu einem höheren Ex-factory-Preis verkaufen als im Ausland. Nicolas Diebold untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen, die bei internationalen Preisdiskriminierungen zu beachten sind.

Seit geraumer Zeit ist die Politik bestrebt, die Hochpreisinsel Schweiz durch die Erleichterung von Parallelimporten in den Griff zu bekommen. Neuere Bestrebungen – wie etwa die Volksinitiative «Für Faire Preise» – zielen darauf ab, Schweizer Nachfragern den Einkauf im Ausland zu den dort geltenden Konditionen zu ermöglichen.

Der Aufsatz von Nicolas Diebold untersucht, wie solche internationale Preisdifferenzierungen, die allein auf der Herkunft der Nachfrager basieren, wettbewerbsrechtlich zu beurteilen sind. Dabei wird insbesondere die Schnittstelle zwischen kartell- und binnenmarktrechtlichen Diskriminierungsverboten beleuchtet. Es wird rechtsvergleichend aufgezeigt, dass die Schweiz und die EU geografische Preisdiskriminierungen aus unterschiedlichen Motiven und mit unterschiedlichen Instrumenten bekämpfen.

Der Aufsatz zur Antrittsvorlesung vom April 2017 ist nun unter dem Titel «Geografische Preisdiskriminierung – wettbewerbsrechtliche Grenzen und Grenzen des Wettbewerbsrechts» in der Zeitschrift recht 03/2017 erschienen.

6. September 2017