Das Institut für Unternehmensrecht hat sich zum Ziel gesetzt, grundlegende und angewandte Projektforschung zu Rechtsfragen im Kontext des Unternehmensrechts mit Schwergewicht auf personenbezogenen Unternehmen durchzuführen. Mit den erzielten Forschungsresultaten sollen unter anderem Beiträge zur besseren Abstimmung der Gesetzgebung auf die Bedürfnisse der Unternehmen geleistet werden.

Das Institut stütz sich dabei auf mehrere Kompetenzzentren, deren Forschungsaktivitäten auf verschiedene Unternehmensformen ausgerichtet sind. Detaillierte Informationen über Projekte und Publikationen finden Sie unter www.ifubli.ch.

Kompetenzzentrum netzwerkartige und kooperative Unternehmen

Genossenschaftsunternehmen sind typisch personenbezogene Unternehmen und haben bereits heute grosse volkswirtschaftliche Bedeutung und im Rahmen der geführten Wertediskussion unternehmerischen Handelns hohes Potenzial.

Das Kompetenzzentrum schafft durch interdisziplinäre Forschung, Aus- und Weiterbildung, Dienstleistungen, Mitgestaltung im Gesetzgebungsprozess sowie Öffentlichkeits- und Stakeholderarbeit nachhaltige Werte. Das Zentrum ist ein bedeutender strategischer Partner der IG Genossenschaftsunternehmen («IGG»). Die IGG bündelt ihre Aktivitäten durch das Kompetenzzentrum als operationelle Plattform. Es stellt die wissenschaftliche Qualität sowie die Praxisrelevanz der Ergebnisse im Berichtsjahr sicher und widmet sich in den kommenden Jahren schwerpunktmässig den folgenden strategischen Themen:

  • Handlungsfelder betreffend rechtlich-regulatorischer Rahmenbedingungen für Genossenschaftsunternehmen
  • Strukturen von Genossenschaftsbanken und ihre Herausforderungen
  • Eigenkapitalbeschaffung von Genossenschaftsunternehmen
  • Genossenschaftliche DNA als Basis für Differenzierungsstrategien
  • Strategieentwicklung von Genossenschaftsunternehmen im Hinblick auf den ICA Blueprint des Internationalen Genossenschaftsbundes
  • Wahrnehmungsräume von Genossenschaften

 

 

Kompetenzzentrum Verwaltungsunternehmen

Nicht zu verwechseln mit Verwaltungen – und deren vorwiegend hoheitlichen Aufgaben – kennzeichnet Verwaltungsunternehmen, dass sie ein Leistungsangebot an klar definierte Bedürfnisgruppen erstellen und damit oft dem Wettbewerb in der Privatwirtschaft direkt oder indirekt ausgesetzt sind. Verwaltungsunternehmen fallen häufig durch das «Raster» der universitären Forschung, sind sie doch weder reine Unternehmen, noch reine Verwaltung, so dass die entsprechenden Institute und klassischen Forschungseinrichtungen anderer Universitäten Verwaltungsunternehmen oft nicht auf «dem Radar» haben bzw. spezifisch auf die Besonderheiten dieser Unternehmensform eingehen.

Die Bedeutung dieser Unternehmen für die Schweiz liegt jedoch auf der Hand: In vielen Kantonen und Gemeinden binden Ver- und Entsorgungsunternehmen, Spitäler, Sozialdienste, Heime und sozialpädagogische Einrichtungen sowie Strassenbau- und Unterhaltsunternehmen beträchtliche Mittel. Regionalisierung, Verbünde, Gemeinde- und Unternehmenszusam-menschüsse, regionale und nationale sogar überregionale Kooperationen beschleunigen den Strukturwandel bei Verwaltungsunternehmen und werfen damit rechtliche, betriebs-wirtschaftliche und politikwissenschaftliche Fragen auf.

Das Kompetenzzentrum wird sich in den kommenden Jahren unter anderem mit folgenden strategischen Themen befassen:

  • Handlungsfelder betreffend rechtlich-regulatorische Rahmenbedingungen für Verwaltungsunternehmen
  • Unternehmensführung im Spannungsfeld Verwaltungsunternehmen, Politik und Recht
  • Corporate Governance und Führungsstrukturen in Verwaltungsunternehmen
  • Risikomanagement von Verwaltungsunternehmen
  • Finanzierung und Finanzplanung von Verwaltungsunternehmen
  • Strukturveränderungen von Verwaltungsunternehmen

Kompetenzzentrum Unternehmens- und Governancegestaltung

Das Kompetenzzentrum für Unternehmens- und Governancegestaltung befasst sich interdisziplinär mit betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Fragestellungen rund um das Thema Unternehmensführung von KMU, spezifisch in personenbezogenen Unternehmen, d.h. in Familienunternehmen.

Das Kompetenzzentrum wird sich in den kommenden Jahren unter anderem mit folgenden strategischen Themen befassen:

    • Handlungsfelder betreffend rechtlich-regulatorische Rahmenbedingungen
    • Unternehmensführung im Spannungsfeld Unternehmen, Politik und Recht
    • Strukturveränderungen von Familienunternehmen insbesondere mit und durch geeignete Nachfolgeregelung
    • Finanzierung von Unternehmen
    • Corporate Governance und Führungsstrukturen sowie Leadership
    • Risikomanagement bei Unternehmen
    • Haftungsprävention und Haftung von Unternehmensführungsorganen

      Kompetenzzentrum Familienunternehmen

      Familienunternehmen kommt in der Schweiz gerade im Bereich KMU eine ausserordentliche Bedeutung zu. Von 3,4 Mio. Erwerbstätigen in der Schweiz arbeiten 2,3 Mio. bei 311‘000 KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern – das sind 99% der Schweizer Unternehmen. Grosse Herausforderungen für KMUs/Familienunternehmen stellen die Bereiche Internationalisierung, Währungskursdifferenzen, Fragen der Unternehmensführung, Corporate Governance in der Familie, optimale gesellschafts- und steuerrechtliche Strukturen sowie die Nachfolgeregelung dar.

      Trotz der zahlreichen Fragestellungen gibt es nur wenige Institute und Forschungseinrichtungen, die sich mit der Bedeutung der Familienunternehmen auseinandersetzen und schweizweit keines, das die rechtlichen Fragen ins Zentrum stellt.

      Das Kompetenzzentrum wird sich in den kommenden Jahren unter anderem mit folgenden Forschungsthemen befassen:

      • Handlungsfelder betreffend rechtlich-regulatorischer Rahmenbedingungen für Familienunternehmen
      • Unternehmensführung im Spannungsfeld von Unternehmen, Politik und Recht
      • Internationalisierung von Familienunternehmen
      • Corporate Governance und Führungsstrukturen sowie Leadership in Familienunternehmen
      • Haftung und Haftungsprävention für Organe, d.h. Mitglieder von Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte
      • Strukturveränderungen von Familienunternehmen insbesondere mit und durch geeignete Nachfolgeregelung

      Kompetenzzentrum Finanzmärkte

      Das Kompetenzzentrum Finanzmärkte befasst sich aus einer interdisziplinären Perspektive primär mit dem schweizerischen Finanzplatz, aber auch mit den globalen Finanzmärkten. Dabei werden die Grundsätze und Regeln des Finanzmarktes sowie insbesondere die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für Banken und Vermögensverwalter, für Kollektivanlagen und Versicherungen sowie für Börsen und Effektenhändler untersucht. Gegenstand der Untersuchung sind sowohl die öffentlich-rechtlichen Elemente als auch die vertraglichen Aspekte von Finanzdienstleistungen. Im Weiteren stehen die Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt und der Kampf gegen den Missbrauch des Finanzbereichs im Mittelpunkt.

      Das Kompetenzzentrum befasst sich schwerpunktmässig mit folgenden Forschungsthemen:

      • Handlungsfelder betreffend neuer rechtlich-regulatorischer Rahmenbedingungen
      • Unternehmensführung im Spannungsfeld Unternehmen, Politik und Recht
      • Organisations- und Strukturveränderungen von Unternehmen durch neue rechtlich-regulatorische Rahmenbedingungen
      • Finanzierungsformen und -arten von Unternehmen unter rechtlichen Gesichtspunkten
      • Corporate Governance von Finanzunternehmen
      • Risikomanagement und Systemrelevanz von Finanzunternehmen
      • Haftungsprävention und Haftung von Unternehmensführungsorganen
      • Einlegerschutz und Ethik in Kapitalmärkten

      Kompetenzzentrum Gesundheitsunternehmen

      Das Kompetenzzentrum Gesundheitsunternehmen erforscht das Ökosystem der privaten und öffentlichen Organisationen in der Gesundheitswirtschaft, welche Gesundheitsleistungen offerieren. Dies umfasst somit nicht nur Unternehmen in der Gesundheitsversorgung, sondern insbesondere auch private und öffentliche Organisationen zur Gestaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens. Gesundheits-Unternehmen definieren wir als komplexe, adaptive Systeme von Menschen, die einen gemeinsamen Zwecke (Purpose) oder gemeinsames Ziel verfolgen. Der Zweck einer Organisation ist das „Erzeugnis“, was es für jemand anderen erbringt (Humble, et. al., 2015, Lean Enterprise, 8th release, Oreilly).

      Das Competence Center Gesundheitsunternehmen fokussiert sich dabei aktuell primär auf die Innovationsforschung in der Gesundheitswirtschaft. Die Forschung am Competence Center fokussiert auf Gesundheitsunternehmen (Mesoperspektive) und ist klar zu trennen von der Versorgungsforschung (Makroperspektive) und den Gesundheitswissenschaften, welche sich im Wesentlichen mit dem Outcome und der Lebensqualität der Patienten / Menschen befasst (Mikroperspektive).

      Dies umfasst das folgende 9 Punkte Strategieprogramm:

      • Untersuchung und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in der Gesundheitswirtschaft
      • Corporate Governance für Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft
      • Ko-operative und netzwerkartige Modelle für Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft
      • Personalisierte Medizin: Was sind die wirtschaftsrechtlichen Aspekte für personalisierte Programme?
      • Digitalisierung – Healthcare / Health 4.0: Welche Rechte hat der Patient?
      • Gamification und User Experience: Bessere Gesundheitsdaten durch geeignete Nutzerbindung?
      • Künstliche Intelligenz in der Medizinwirtschaft – Ersetzen Bots den Arzt?
      • Blockchain und digitale Gesundheits-ID: Sind verteilte Systeme sicherer?
      • Big Data: Wie sammeln wir nicht mehr, sondern „smartere“ Daten und wem gehören die (Gesundheits-) Daten eigentlich?

      Neben Forschung ermöglicht das Competence Center Gesundheitsunternehmen auch Wissenstransfer in Umsetzungsprojekten, Aus- und Weiterbildung sowie unternehmensspezifische Forschungs-LABs.