Prof. Dr. Michele Luminati

Aus der zufälligen Begegnung mit dem Archäologen Lorenzo Guzzardi ist eine über mehrere Jahre währende Kooperation zur systematischen Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte der sizilianischen Barockstadt Noto, die mittlerweile von der UNESCO zum Weltkulturgut deklariert worden ist, entstanden.

Exemplarisch wird dabei das Phänomen von Zerstörung – Verschiebung – Wiederaufbau einer Stadt im Barockzeitalter untersucht und zwar durch Kombination von archäologischer und archivalischer Ausgrabung. Textuelle und räumliche Dimension eines hochkomplexen und konfliktuellen Entstehungsprozesses werden dabei sichtbar. Der Städtebau erfolgt auf dem Hintergrund rechtlicher und sozio-ökonomischer Strukturen und ist gleichzeitig durch Morphologie und natürliche Gegebenheiten des Standortes und durch vorbestehende Siedlungselemente beeinflusst. Gegenüber den bisherigen städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Ansätzen, die sich vorwiegend mit der Monumentalität der Stadt beschäftigen, bringt das Projekt die versteckten, «zugedeckten» Dimensionen der Stadtgeschichte zum Vorschein.