Prof. Dr. Bettina Heintz, Schweizer Professorin für Allgemeine Soziologie und Soziologische Theorie, wurde im Frühjahrssemester 2017 emeritiert. Aus diesem Anlass diskutierte man drei Tage lang Thesen zu Interaktion, Vergleich und Weltgesellschaft.

Bleibt Anwesenheit ein unverzichtbares Merkmal therapeutischer Interaktionen? (Wie) wird die Differenz von «Zentrum und Peripherie» in literarischen Werken verhandelt? Und welche Bedeutung kommt globalen Vergleichen, Kategorien und Beobachtungen für die Herausbildung von «Weltgesellschaft» zu? Diese und weitere Fragen standen im Zentrum einer dreitägigen Tagung, die anlässlich der Emeritierung von Prof. Dr. Bettina Heintz im Frühjahrsemester 2017 vom 11.-13.5.2017 in Luzern und Weggis stattfand.

 

Als Professorin für soziologische Theorie und allgemeine Soziologie hatte Heintz unter anderem Lehrstühle in Wien, Mainz, Bielefeld und Luzern inne. Der Kreis der Vortragenden und Gäste umfasste entsprechend zahlreiche akademische WeggefährtInnen sowie NachwuchswissenschaftlerInnen, deren Förderung der Schweizer Soziologin stets ein besonderes Anliegen gewesen war.

Das Spektrum der Themen und Thesen spiegelte den weitreichenden Einfluss des Werkes von Bettina Heintz, das wichtige Beiträge zu Wissenschafts- und Geschlechterforschung sowie (interaktionstheoretisch und historisch fundierter) Weltgesellschaftssoziologie geleistet hat. Darüber hinaus trug Heintz in jüngerer Zeit massgeblich zur Pointierung einer Soziologie der Quantifizierung und des Vergleiches bei.

Charakteristisch für ihre Arbeit ist die undogmatische Kombination verschiedener soziologischer und geschichtswissenschaftlicher Ansätze sowie das Zusammenspiel von theoretischer Innovation und empirischer Forschung. Bettina Heintz hat sich zudem im Bereich der Lehre besonders verdient gemacht. Ihre Lust am soziologischen Denken gab sie an ihre Studierenden weiter – und wird dies als Seniorprofessorin an der Universität Luzern auch weiterhin tun.

Text: Hannah Bennani

31. August 2017