Der Natur ist Klimawandel egal. Für die globalisierte Gegenwartsgesellschaft hingegen stellt er eines der drängendsten Probleme dar. Der Band von Prof. Dr. Gaetano Romano und Prof. Dr. Cristina Besio (Hrsg.) zeigt den von Konflikt und Kooperation geprägten Umgang gesellschaftlicher Instanzen mit dem ‚Klimaproblem‘ auf.

Klimawandel ist kein Problem der Natur – Klimawandel ist ein Problem der Gesellschaft. Dies allerdings unter der sehr einschränkenden Bedingung, dass eine in eigenlogische Funktionssysteme, eigennützige Organisationen und eigensinnige Alltagsinteraktionen differenzierte und damit strukturell hochgradig unübersichtliche Gesellschaft Klimawandel zum Thema macht. Klimawandel ist, unter diesen Bedingungen, ein Problem mal kollidierender, mal kooperierender, jedenfalls höchst unterschiedlicher Problemdefinitionen und -konstruktionen unterschiedlichster Funktionsbereiche, verschiedenster betroffener und engagierter Organisationen, weitgehend desinteressierter oder dann überengagierter Alltagsinteraktionen. Ein Verständnis dieser Umstände hilft, zu klären, wie ‚Gesellschaft‘ ökologische Probleme überhaupt zur Kenntnis nimmt und bestimmte Formen des Umgangs mit ihnen als gangbar wählt – und andere nicht. Der Band versammelt theoretisch und empirisch orientierte Beiträge, die jeweils Analysen auf der Makro-, Meso- und Mikro-Ebene anbieten.

13. Juni 2016