veranstaltet durch das Seminar für Kulturwissenschaften und Wissenschaftsforschung, das Philosophische Seminar und das Historische Seminar

Die Aufklärung steht unter Druck. So lautet eine verbreitete Meinung in Europa angesichts kulturell-ökonomischer Konkurrenz- und Verlustängste. Das Unbehagen hat verschiedene Ursachen und Gründe. Zur Diskussion stehen politische und religiöse Werte.

Konstatiert wird ein zunehmender Kontrollverlust in einer immer stärker durchrationalisierten und dennoch in vieler Hinsicht irrationalen Wirklichkeit.

 

Die Weltgemeinschaft ist gleichzeitig ökonomisch vernetzt und kulturell auf Distinktion bedacht. Der Rückgriff auf eine gemeinsame Wertebasis der Aufklärung ist dabei heute oft mehr Reflex als Reflexion. Denn welche Aufklärung ist tatsächlich gemeint? Welche Aspekte aufklärerischer Überlegungen sollen weiterhin wichtig oder unverrückbar sein? Welche werden nur als Vorwand verwendet, um an bekannten Machtstrukturen festzuhalten?

Die drei SNF-Förderprofessuren der KSF der Universität Luzern laden Experten und Expertinnen verschiedener Fachrichtungen ein und suchen zusammen mit ihnen Antworten auf die drängende Frage, wie sich der Anspruch auf Pluralität und Gleichberechtigung, auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unter aktuellen Bedingungen weiter verwirklichen lässt.  

Wöchentlich jeweils Mi, 16:15 - 18:00, ab 01.03.2017, Raum: FRO 3.A05

  

Programm


1. März: Input 1
Boris Previsic (Kulturwissenschaften)

8. März: Die Natur des Rechts und das Recht der Natur
Klaus Mathis (Rechtswissenschaften)

15. März: Religiöse und konfessionelle Toleranz. Annahme des Anderen
oder gemeinnützige Assimilation?
Markus Ries (Kirchengeschichte)

22. März: Wie viel Aufklärung verträgt die Werbung für Organspenden?
Über Bilder, Geld, Scham und Geschichte
Valentin Groebner (Geschichte)

29. März: Heiligt der Zweck die Mittel? Überlegungen zur Bedeutung von
Grundrechten bei der Terrorismusbekämpfung
Martina Caroni (Rechtswissenschaften)

5. April: Input 2
Christine Abbt (Philosophie)

12. April: Zur digitalen Aufklärung
Sophie Mützel (Soziologie)

26. April: Menschenrechte – Schutz der Gleichheit und Vielfalt sowie
vor Ausgrenzung
Peter Kirchschläger (Theologie)

3. Mai: Aufklärungen. Die Ikonographie der Familie des Menschen in
der Anthropologiegeschichte
Marianne Sommer (Kulturwissenschaften und Wissenschaftsforschung)

10. Mai: Die Sympathielehren von Hume und Smith und ihre ambivalente
Bedeutung für die Aufklärung
Martin Hartmann (Philosophie)

17. Mai: Multiple Freiheiten
Cornelia Bohn (Soziologie)

24. Mai: Ausgrenzung und Anerkennung der religiös Anderen. Religiöse
Minderheiten als Gefahr für die aufgeklärte Gesellschaft?
Martin Baumann (Religionswissenschaften)

31. Mai: Input 3
Daniel Speich Chassé (Geschichte)

Schlussbemerkungen 

 

 

6. Februar 2017