Die Soziologie ist eine multi-paradigmatische Disziplin, was ihre Evaluation entsprechend anspruchsvoll macht. Ein neu publizierter Bericht von Itir Bozkurt Umur, Rainer Diaz-Bone und Muriel Surdez fasst die wesentlichen Aspekte aus der Literatur und die wichtigsten Positionen der Forschungsgemeinde zusammen.

Die Frage ist so nötig wie wichtig: Wie sollen Forschung und Lehre in den Sozialwissenschaften evaluiert werden? Da die Soziologie ist eine multi-paradigmatische Disziplin, erstaunt es nicht, dass es viele verschiedene Ansichten dazu gibt, wie sie evaluiert werden sollte. In einem Bericht fasst die Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie (SGS) die wesentlichen Aspekte aus der Literatur und die wichtigsten Positionen der Forschungsgemeinde zusammen.

In einer Umfrage erhob die SGS vorgängig zusammen mit der SAGW die Meinungen ihrer Mitglieder zur Forschungsevaluation. Viele der Befragten gaben an, dass die Evaluation für sie problematisch sei. Ranglisten und der alleinige Fokus auf quantitative Kriterien wurden von allen kritisch bewertet. Eine Mehrheit der Befragten sprach sich für empirische Forschungsmethoden als Indikator aus.

Als positiv und wichtig genannt wurden weiter die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden, die Einhaltung ethischer Grundsätze, die Veröffentlichung in wissenschaftlichen Zeitschriften, Peer-Reviewing, die Präsentation der Forschung in Symposien, Lehre in qualitativen und quantitativen Methoden, Forschungsseminare für Studenten und Unterricht mit verschiedenen theoretischen Soziologieansätzen. Schliesslich wurde gewünscht, dass die Evaluation von Forschung und Lehre in der Soziologie von einem speziellen Expertengremium durchgeführt wird. Siehe auch SAGW und SGS.

18. Mai 2017