Was sagen unsere Absolventinnen und Absolventen über ihr abgeschlossenes Studium? Wie haben sie ihr Studi-Leben in Luzern gestaltet? Und vor allem: Wie ist ihnen der Einstieg ins Arbeitsleben gelungen? Antworten auf diese Fragen finden sich in 13 Portraits unserer Alumni. Die Reihe beginnt mit Anna Chudozilov, Soziologin und Journalistin bei NZZ Campus.

Lic. phil. Soziologie | Journalistin, Stellvertretende Leiterin der NZZ Campus Redaktion | *1979

Welche Erinnerung an deine Studienzeit lässt dich schmunzeln? Viele! Zum Beispiel meine «Kämpfe» mit der SOL – dem Uni-Politik-Establishment – die ich als Bloggerin online ausgefochten hatte. Oder einige nicht ganz jungendfreie Erinnerungen an die legendären SozSemPartys.


"Profs servieren dir oft in 45 Minuten Wissen, das du dir sonst wochenlang hättest anlesen müssen."


Auf welches Engagement während deines Studiums bist du besonders stolz? Stolz ist das falsche Wort – aber ich denke gerne an die SozSemPartys zurück, in deren OK ich dabei war. Und es freut mich, dass der Filmverein UNILUX, den ich mitgegründet habe, noch heute existiert. Vielleicht bin ich doch ein bisschen stolz: dass ich mir die Zeit für solche Sachen nahm, obwohl ich neben dem Studium immer relativ viel gearbeitet habe.

Was vermisst du aus deiner Studienzeit? Den ständigen Austausch mit meinen Freunden. Und natürlich auch mit Profs und Dozierenden; diese servieren dir oft in 45 Minuten, was du dir sonst wochenlang hättest anlesen müssen.


"Ich habe gelernt, Fragen zu stellen." 

Auf welche an der Uni erworbenen Fähigkeiten bist du am meisten angewiesen? Fragen stellen! Also: wissen, was man zu einem Thema wissen wollen könnte, ohne das Thema zu verstehen.

Wie ist dein Berufseinstieg verlaufen? Reibungslos. Ich hatte drei Bewerbungen geschrieben, zwei abgeschickt, ein Gespräch geführt – und meinen Traumjob bekommen.


"Ich habe immer versucht, sehr zuverlässig und sauber zu arbeiten. Und es schadet sicher nicht, wenn man hilfsbereit ist."

Wer und was hat dir geholfen? Sehr hilfreich war, dass ich bei NZZ Campus schon als Studentin als freie Mitarbeiterin tätig war; ich habe immer versucht, sehr zuverlässig und sauber zu arbeiten. Ausserdem habe ich mich bemüht, alle Gelegenheiten für persönliche Treffen mit der Campus-Redaktion zu nutzen. Und an einem Workshop auch mal geholfen, die Tassen abzuräumen – nicht unbedingt, weil ich dachte, dass mir das einen Job einbringen wird. Aber es schadet nicht, wenn man hilfsbereit ist.

Hättest du dir je erträumt, heute diesen Job auszuführen? Ja, klar, geträumt habe ich davon! Ich war mir aber ziemlich sicher, dass es nicht klappen wird. Ohne eine gehörige Portion Glück hätte es auch nicht funktioniert – in unserem Team werden selten Stellen frei.

Welche Tipps möchtest du Studieninteressierten für die Wahl des Studiums mit auf den Weg geben? Ich habe mein erstes Studium – Wirtschaft an der Uni Basel – abgebrochen. Schuld daran war unter anderem, dass ich mich viel zu wenig darüber informiert hatte, was da auf mich zukommt. Bei der Soziologie wusste ich schon viel mehr, da ich einige Soziologen kannte. Aber ich war auch ein paar Jahre älter und interessierter am Lernen als direkt nach der Matura. Wahrscheinlich ist ein Zwischenjahr, in dem man etwas Lebenserfahrung sammelt, ein bisschen arbeitet und auch mal richtig den Kopf durchlüftet, eine gute Idee. Habe ich nicht gemacht, würde ich aber empfehlen!

 

Die Broschüre "Durchstarten – 13 Alumni im Portrait" kann auch als PDF heruntergeladen werden.

2. Dezember 2015