Andreas Tunger-Zanetti äussert sich gegenüber World Radio Switzerland über die bisher schwache Belegung muslimischer Grabfelder.

Gesonderte Grabfelder erlauben es Muslimen heute bereits in rund einem Dutzend Gemeinden der Schweiz, ihre Toten in der rituell vorgegebenen Ausrichtung nach Mekka zu bestatten. Sie werden aber vorläufig erst wenig genutzt. Der Koordinator des Zentrums Religionsforschung hält die Einrichtung dieser Grabfelder dennoch für sinnvoll. Nicht nur werde so dem gesetzlich gegebenen Anspruch auf ein schickliches Begräbnis Genüge getan. Auch werde die Zahl der Bestattungen in Zukunft steigen, weil Angehörige der hier aufgewachsenen Generationen sich hier ihre letzte Ruhestätte wünschen. Schon der Aushandlungsprozess zwischen den lokalen Akteuren sei wichtig; praktisch überall habe man passende Lösungen gefunden. Dies signalisiere der betreffenden religiösen Gruppe, dass sie zur Gesellschaft dazu gehöre. So gesehen sei es auch eine langfristige Investition.

17. Mai 2012