Bereits zum vierten Mal hiess es am 26. März 2014: "Buch im Fokus". Diesmal ging es um "Das soziale Kapital der Schweiz".

Auch wenn Kirchen und Vereine Mühe haben, ihre Mitgliederbestände zu halten, so lebt in ihnen doch ein wichtiger Teil der Zivilgesellschaft. Das Buch Das soziale Kapital der Schweiz, in dem Markus Freitag und sein Team dies auch statistisch belegen, stand am 26. März 2015 in der vierten Ausgabe der Reihe "Buch im Fokus" im Mittelpunkt der Diskussion. Eingeladen hatten die St. Charles Society und das Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP).

Zu Beginn stellte David Zaugg, Student des Masters Religion – Wirtschaft- Politik, die Hauptaussagen des von Markus Freitag herausgegebenen Buches vor. Wichtig hervorzuheben scheint dabei der Befund, dass die Vereinszugehörigkeit in der Schweiz im Laufe der Zeit zwar abgenommen hat, das Land international bezüglich Sozialkapital aber dennoch im Spitzenfeld liegt und heute zwei Drittel der Bevölkerung in Vereinen eingebunden sind.

Aus unterschiedlichen Perspektiven diskutierten anschliessend  Rita Ueberschlag, Leiterin der Fachstelle Freiwilligenarbeit der Caritas Luzern, Rafael Walthert, Assistenzprofessor für Religionswissenschaft an der Universität Zürich, sowie Manfred Stüttgen, Lehr- und Forschungsbeauftragter für Wirtschaftsethik am ZRWP und am Institut für Sozialethik an der Universität Luzern. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie sich die Situation in der Schweiz bezüglich sozialem Engagement und Freiwilligenarbeit darstellt.  Moderiert wurde die Diskussion von Antonius Liedhegener, Professor für Politik und Religion an der Universität Luzern. Rita Ueberschlag zeigte zu Beginn auf, dass es viele Menschen gibt, welche Freiwilligenarbeit verrichten möchten, dass sich aber die Art des Engagements verschoben hat: Im Vergleich zu früher sind kurzfristigere Einsätze gefragt, die lustbetonter sind. Sowohl Manfred Stüttgen wie auch Rafael Walthert sehen darin ein Problem der Kirchen, welche eher ein längerfristiges Engagement erfordern. Kritisch beleuchtet wurde auch die im Buch sehr positive Sicht des Sozialkapitals, welche ausblendet, dass soziales Kapital auch zu Intransparenz und Abgrenzung führen kann.

In der Diskussion mit dem Publikum zeigte sich grosses Interesse an der Frage, wie die Kirche mit der grossen Diskrepanz zwischen aktiven und passiven Mitgliedern umgehen kann. Zudem wurde auch erörtert, inwiefern soziales Engagement eigennützig oder altruistisch ist, ja ob und wie sich die beiden Dimensionen im konkreten Fall voneinander trennen lassen.

Der gut besuchte Abend fand seinen Abschluss traditionsgemäss beim schmackhaften und geselligen Apéro. (lm)

Vorschau

Der nächste Abend der Reihe «Buch im Fokus» findet am Donnerstag, 22. Oktober 2015 statt. Der Buchtitel wird baldmöglich bekanntgegeben.

22. April 2015