Niklas Luhmanns Buch "Legitimation durch Verfahren" sorgte für ungemein kontroverse Diskussionen. Doch was bleibt davon 50 Jahre nach der Publikation? Eine Tagung an der Universität Luzern erkundet das Potenzial der Luhmannschen Verfahrenssoziologie.

Der Saal im Wiener Rathaus symbolisiert einen Ort, an dem kollektiv Entscheidungen legitimiert werden.

Mit "Legitimation durch Verfahren" erschien im Jahr 1969 eine der am kontroversesten diskutierten Publikationen des deutschen Soziologen Niklas Luhmann. Das kommende 50-Jahre-Jubiläum dieses bedeutenden Buches ist Anlass für eine Tagung vom 15./16. Februar, die sich der Verfahrenssoziologie widmet.

Dabei soll nicht nur die Rezeption des Werkes betrachtet, sondern auch Luhmanns Thesen an Forschungen zu aktuellen Verfahren überprüft werden. Neben den von ihm thematisierten Verfahrenstypen wie der politischen Wahl und dem Gerichtsverfahren werden auch alternative Verfahrenstypen wie das Schlichtungsverfahren und die Wahrheitskommission behandelt.

Verfahrenssoziologie weiterentwickeln

Das Ziel der Tagung vom besteht zum einen darin, die Rezeption von Niklas Luhmanns Verfahrenssoziologie herauszuarbeiten. Zum anderen prüfen die Tagungsbeiträge die Verfahrenssoziologie konzeptuell und formulieren Vorschläge, die darauf abzielen, diese weiterzuentwickeln. Dies soll einerseits durch konzeptuelle Beiträge und Überlegungen stattfinden, andererseits durch empirische Forschungsbeiträge zur Verfahrenssoziologie.

Für die Tagung konnten die Luzerner Organisatoren eine Reihe von ausgewiesenen Expertinnen und Experten gewinnen, darunter Alois Hahn, Fatima Kastner, André Kieserling, Stefan Machura, Wolfgang Ludwig Schneider und Rudolf Stichweh.

1. Februar 2018