Oberassistent

Dr. phil. 

T +41 41 229 56 91 

kenneth.horvathremove-this.@remove-this.unilu.ch

Frohburgstrasse 3, Raum 3.A59

ORCID: https://orcid.org/0000-0002-0994-381X

RG: https://www.researchgate.net/profile/Kenneth_Horvath  

CV

Dr. Kenneth Horvath ist Oberassistent am Soziologischen Seminar der Universität Luzern. Seine aktuellen Forschungsarbeiten bewegen sich zwischen zwei Bezugspunkten: (i) migrationsgesellschaftliche Bildungsungleichheiten mit einem Fokus auf pädagogische Unterscheidungsweisen und (ii) reflexive Methodologien der Bildungs- und Sozialforschung. Für seine empirischen Arbeiten nutzt er sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden. Vor seinem Wechsel an die Universität Luzern war er von 2008 bis 2012 am Fakultätszentrum für Methoden der Sozialwissenschaften der Universität Wien beschäftigt, wo er mit einer Arbeit zum Wechselspiel von Sicherheits- und Nutzenlogiken im österreichischen Migrationsregime promovierte. Von 2012 bis 2017 war er an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe tätig, wo er für Hochschulentwicklung, Beratung und Lehre im Bereich qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden zuständig war.

 

Forschung

Forschungsschwerpunkte


- Migration, Bildung, Ungleichheit

- Professionelle Wissensformen in ihren gesellschaftlichen, politischen und situativen Kontexten

- Methoden und Methodologien der Bildungs- und Sozialforschung

- Qualitative und quantitative Forschungsmethoden

 

Im Fokus meiner Forschung stehen professionelle Wissensformen in ihrer doppelten sozialen Einbettung: einerseits aus einer strukturalen Perspektive als Elemente allgemeiner (von Ungleichheits- und Machtverhältnissen geprägten) gesellschaftlicher Wissensordnungen, andererseits aus einem pragmatischen Blickwinkel als Formen der Definition und Bewältigung situativer Herausforderungen, die feldspezifischen Logiken begründeten und gerechtfertigten Handelns folgen. Als zentrale theoretische Bezugspunkte dienen mir neopragmatistische Ansätze, wie sie speziell im Kontext der Soziologie der Konventionen und der pragmatischen Soziologie der Kritik ausgearbeitet wurden. In meinem kumulativen Habilitationsprojekt diskutiere ich unter anderem das Potenzial der drei Konzepte Regime, Konvention und Situation, als leitende Heuristiken für die Analyse gesellschaftlicher Wissensordnungen zu dienen.

Diese allgemeine Problemstellung verfolge ich derzeit vorwiegend mit Blick auf zwei konkrete Praxis- und Wissensfelder:

(1) Pädagogisches Unterscheidungswissen: An der Schnittstelle von Migrations- und Bildungssoziologie setze ich mich mit pädagogischem Unterscheidungswissen als zentralem Mechanismus der Reproduktion von Bildungsungleichheiten in migrationsgesellschaftlichen Kontexten auseinander. Eine der Herausforderungen besteht dabei darin, politische Verwobenheiten und diskriminierende Effekte pädagogischen Unterscheidens zu analysieren, ohne Naivität, Inkompetenz oder Böswilligkeit auf Seiten von PädagogInnen zu unterstellen. Eine zweite Herausforderung liegt darin, sozialwissenschaftliche Befunde resonant werden zu lassen: Wie kann soziologische Bildungsforschung praxisrelevant werden, ohne sozialtheoretische und gesellschaftskritische Ansprüche aufzugeben? Die empirische Auseinandersetzung mit diesen Fragen erfordert die Integration quantitativer und qualitativer Herangehensweisen – eine Schlüsselrolle spielen dabei aktuelle Ansätze der Geometrischen Datenanalyse (GDA) sowie Verfahren der rekonstruktiven Interviewforschung.

(2) Reflexive Methodologien: Die Forderung nach reflexiven Methodologien gewinnt in Zeiten zunehmender sozialer und politischer Polarisierung gerade in den Feldern der Migrations- und der Bildungssoziologie massiv an Bedeutung. Aufbauend auf historischer Epistemologie und pragmatistischen Wissenschaftstheorien lässt sich das Kernanliegen auf die Formel bringen, eine Soziologie der Sozialforschung zu entwickeln, die sowohl die konkrete alltägliche Praxis der Produktion verallgemeinerbaren Wissens als auch die Verwobenheit wissenschaftlicher Erkenntnisformen mit breiteren gesellschaftlichen Wissensordnungen in den Blick nimmt. Vor diesem Hintergrund widme ich mich im Rahmen mehrerer (teilweise kooperativer) Publikationsprojekte beispielsweise aktuellen Transformationen der Landschaft empirischer Forschungsmethoden (inklusive der widersprüchlichen Implikationen von Big Data und Digitalisierung), Geschichte und Folgen eines bis heute dominanten "methodologischen Nationalismus", Charakter und Funktion von Forschungsfragen in kollektiven Erkenntnisprozessen oder der Rolle von epistemischen Werten in der empirischen Sozialforschung.

 

 

 

 

 

Publikationen

Zeitschriftenartikel

Buchkapitel, Beitrag in Sammelband