CV

Imen Hamda Ammari studierte zwischen September 2003 und Juni 2008 Germanistik am Institut Supérieur des Langes in Tunis. Im September 2009 begann sie ihr Masterstudium in der deutschen Sprache und Literatur an der Fakultät für Literatur, Kunst und Humanwissenschaften La Manouba in Tunis, das sie im Dezember 2012 mit einer Masterarbeit zu „Hugo von Hofmannsthals Bearbeitung des Ariadne-Mythos in Richard Strauß’ Oper Ariadne auf Naxos“ abschloss.

Von September 2013 bis Juli 2014 arbeitete sie als Honorardozentin am Hochschulinstitut für angewandte Studien der Geisteswissenschaften in Mahdia/ Tunesien.

Seit Februar 2015 promoviert Imen Hamda Ammari in Kulturwissenschaften an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. In ihrem Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel „Die deutschsprachige Aufklärung ‚orientalisiert‘: Interkulturelle Begegnungen intermedial reflektiert“ konzentriert sie sich historisch wie geographisch auf die Epoche der deutschsprachigen Aufklärung und thematisch auf den Orient als Gegenstand und Orientalismus als Diskurs sowie die daraus resultierten Aspekten der Interkulturalität und Intermedialität. 

Forschung

Forschungsprojekte

Laufendes Projekt

Die deutschsprachige Aufklärung 'orientalisiert': Interkulturelle Begegnungen intermedial reflektiert.

Seit den Kreuzzügen entstand einen rezeptiven und produktiven Umgang des Westens mit der arabisch-islamischen Kulturwelt bzw. mit dem arabischen Orient, dessen Darstellungsgeschichte abwechslungsreich zwischen Dämonisierung und Faszination changiert. Bekannt ist aber, dass das Orientbild in der Aufklärungszeit aus zweierlei Gründen eine grosse Veränderung erfuhr: Erstens wurde der Orient unter den Paradigmen von Toleranz, Wahrheit und Vernunftenthusiasmus neu bewertet und untersucht; zweitens erweiterten sich durch die Orientbegeisterung und die intensive Beschäftigung die Kenntnisse massiv in allen Künsten, insbesondere in der Literatur (exemplarisch als Initialzündung die Übersetzung von Tausendundeiner Nacht 1704).
Vorliegendes Projekt beschäftigt sich mit der doppelten Verschränkung zwischen dem „Eigenen“ und dem „Fremden“ (des Orients) einerseits und zwischen Literatur und Musik andererseits. Es fokussiert sich auf deutschsprachige orientalisierende Werke von Hamann, Herder, Wieland, Reiske u.a. Allerdings steht weniger Saids Orientalismus, der vor allem auf dem Hintergrund des Imperialismus zu sehen und geographisch nicht eingrenzbar ist. Vielmehr interessiert der genuine Geist der deutschsprachigen Aufklärung und seine Rezeption des arabischsprachigen Raums. In der Analyse orientalisierender Stoffe in der Literatur und spezifisch (auf der intermedialen Schnittstelle) in Opernlibretti (von Gluck über Haydn, Neefe, Vogler und Hiller bis zu Mozart) soll gezeigt werden, wie die interkulturelle Vermittlung zwischen dem Eigenen im Anderen und dem Anderen im Eigenen im intermedialen Wechsel zwischen Literatur und Musik objektivierbar wird. Das Projekt postuliert den Orientalismus des 18. Jahrhunderts und dessen Eigenständigkeit als ‚der andere Orientalismus‘ angesichts transmedialer Objektivierungen von der Aufklärung selbst und von deren Idealen her neu aufzuzeigen.

Forschungsschwerpunkte

  • Aufklärung / 18. Jahrhundert
  • Orient / Orientalismus
  • Intermedialität
  • Inter- und Transkulturalität
  • Exotik / Exotismus
  • Türkenopern / Alla Turca
  • Turquerie