Sechster Vortrag der Vortragsreihe des universitären Forschungsschwerpunkts "Religion und gesellschaftliche Integration in Europa". Referent ist Prof. Dr. Alexander-Kenneth Nagel, Professor für sozialwissenschaftliche Religionsforschung der Universität Göttingen.

Datum: 6. April 2016
Zeit: 17.15 Uhr bis 19.00 Uhr
Ort: 3.A05

Religiöse Zugehörigkeiten können eine Quelle und Ressource für individuelle wie kollektive Identität sein. Mit Zugehörigkeit verbindet sich ein Bewusstsein von Beheimatung, mit Identität eine Betonung des Eigenen, aber auch die Abgrenzung von anderen, welche zur Ausgrenzung führen kann. Integration hat das Verbindende, das Brückenbauende, die gemeinsame Teilhabe und ein funktionierendes Zusammenleben im Sinn. Wie müssen religiöse Identitäten wie auch gesellschaftliche Kontexte beschaffen sein, damit soziale und politische Integration gelingt? Welche sozialen Identitäten und Rahmenbedingungen begünstigen und befördern und welche verhindern Integration? Durch welche Reflexionen und Praktiken lassen sich religiöse Vielfalt, soziale Identitäten und gesellschaftliche Integration in eine fruchtbare, wechselseitig förderliche Beziehung bringen? Wie lässt sich ein Mittelweg zwischen rigider Identitätsbehauptung und latentem Identitätsverlust finden? Gerade auch religiöse Zugehörigkeiten brauchen eine Ausbalancierung von gemeinschaftsbezogener Identifizierung und gemeinschaftsüberschreitender Offenheit für eine Integration in jeweilige Gesellschaftskontexte.

In der Ringvorlesung kommen mit Vorträgen aus soziologischer, religionssoziologischer, religionswissenschaftlicher, politikwissenschaftlicher, fundamentaltheologischer, kirchenhistorischer und dogmatischer Sicht Identitätskonstellationen und Integrationspotenziale religiöser Individuen, Gruppen und Gemeinschaften zur Sprache.