Der Luzerner Religionspreis 2018 für herausragende Maturaarbeiten zum Thema Religion und Ethik geht an Anaïs Treadwell aus Beromünster. In ihrer Arbeit beleuchtet sie das Thema Flucht aus verschiedenen Perspektiven.

Anaïs Treadwell, Gewinnerin des Luzerner Religionspreises 2018, anlässlich der Ausstellung "Fokus Maturaarbeit" im März 2018 (Bild: Markus Wild)

Die prämierte Arbeit wurde im Fach Geschichte an der Kantonsschule Beromünster verfasst und trägt den Titel "Der Flucht ein Gesicht verleihen. Ein Blick auf die zwei grössten Fluchtwellen der letzten hundert Jahre in Europa". Inmitten der politisch aufgeladenen Diskussion um Flüchtlinge in Europa und in der Schweiz präsentiert Anaïs Treadwell einen multiperspektivischen und vielgestaltigen Zugang zum Thema "Flucht", hält die Jury in ihrer Beurteilung fest. Sie erinnere daran, dass Fluchtbewegungen und -erfahrungen historisch eher die Regel als die Ausnahme sind.

In vier geschichtlichen Blitzlichtern werden die Verhältnisse und Fluchtursachen in Syrien und Afghanistan sowie diejenigen in Ostpreussen und im Baltikum nach dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet. Nebst historischer Klärung wird der Blick auf acht Einzelschicksale gerichtet. Die Betroffenen werden porträtiert und kommen in Interviews selbst zu Wort. "Es gelingt der Autorin nicht nur, der Flucht ein Gesicht zu verleihen, sondern eine informative und gleichwohl offene Gestaltung zu finden, welche die Leserinnen und Leser bereichert und überdies die Frage nach anderen historischen Situationen der Flucht, nach weiteren Gesichtern und Schicksalen aufwirft", urteilt die Jury.

Fast die Hälfte der eingereichten Arbeiten beschäftigt sich direkt oder indirekt mit dem Thema Flucht. "Es ist ermutigend zu sehen, mit welch grossem Einsatz sich die Schülerinnen und Schüler einem nicht einfachen Thema widmen", erklärt Jury-Präsidentin Prof. Dr. Monika Jakobs. Sie taten dies etwa, indem sie komplizierte historisch-politische Zusammenhänge aufarbeiteten, sich konkret mit Flüchtlingen ihrer eigenen Altersgruppe auseinandersetzten oder das Engagement von Freiwilligen exemplarisch nachzeichneten.

Der 2006 erstmals vergebene Luzerner Religionspreis wird jährlich von der Theologischen Fakultät in Zusammenarbeit mit dem Religionswissenschaftlichen Seminar der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern verliehen. Die Auszeichnung ist mit 500 Franken dotiert, zur Verfügung gestellt von der Universitätsstiftung. Die Jury besteht neben der Präsidentin Prof. Dr. Monika Jakobs aus Anne Beutter und Prof. Dr. Robert Vorholt.

Für den Religionspreis 2019 können Maturaarbeiten zum Thema Religion und Ethik aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz eingereicht werden. Die Arbeiten sind von den Betreuungspersonen an Prof. Dr. Monika Jakobs (monika.jakobs@unilu.ch) zu senden. Das Abgabedatum wird noch bekannt gegeben.

Weitere Informationen und Auskunft:
www.unilu.ch/religionspreis
Prof. Dr. Monika Jakobs, Theologische Fakultät, +41 41 229 52 46, monika.jakobsremove-this.@remove-this.unilu.ch
Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter Universität Luzern, +41 41 229 50 90, lukas.portmannremove-this.@remove-this.unilu.ch

19. Juni 2018