Vortrag von Carolin Emcke (Berlin)

Datum: 29. März 2017
Zeit: 16.15 Uhr bis 18.00 Uhr
Ort: Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, Raum 3.B58

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners Eric Garner im Zuge einer Festnahme 2014 hat – auch durch die Verbreitung eines Amateurvideos des Hergangs auf YouTube – eine breite Diskussion über rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA ausgelöst. Ausgehend von diesem Fall fragt Carolin Emcke auf Einladung des Kulturwissenschaftlichen Instituts: Welche Blick-Regime und welche Raster der Wahrnehmung machen manche Menschen unsichtbar und andere sichtbar? Welche eingeübten Assoziationsketten weisen einzelnen Gruppen bestimmte Eigenschaften zu – und wie lässt sich dagegen aufbegehren? 

Carolin Emcke, geb. 1967, ist nicht nur promovierte Philosophin, Journalistin und vielfach ausgezeichnete Autorin. Sie ist vor allem öffentliche Intellektuelle, die sich mit dem Umgang mit Gewalt, mit Fragen von Identität, Zeugenschaft und politischen Emotionen beschäftigt und mit Leidenschaft engagiert, als moralische Stimme im besten Sinn. Bekannt wurde sie mit dem 2004 erschienenen Buch "Von den Kriegen"; es folgten "Stumme Gewalt. Nachdenken über die RAF" (2008), "Wie wir begehren" (2012) und "Weil es sagbar ist" (2013). Für Ihr neues Buch "Gegen den Hass" hat sie 2016 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.

Mit diesem Vortrag setzt das Kulturwissenschaftlichen Institut seine neue Veranstaltungsreihe "Lose Bilder" fort.

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