Eine Veranstaltung im Rahmen des Philosophischen Kolloquiums mit

Prof. Dr. Thomas Müller (Universität Konstanz)

Datum: 21. April 2015
Zeit: 17.15 Uhr bis 19.00 Uhr
Ort: Unversität Luzerm, Frohburgstr. 3, Raum 3.B52

Die metaphysische Position des Dualismus besagt, dass es in der Welt (mindestens) zwei grundlegend verschiedene Arten von Dingen gibt. Sie wird häufig im Rahmen der Leib-Seele-Problematik angesprochen. Im Vortrag beschäftigt sich der Referent mit einem Aspekt der Frage des Dualismus, der rein logischer Natur zu sein scheint und skizziert, in welchem Sinne eine monistische, also nicht dualistische Position vom logischen Standpunkt aus haltbar sein könnte. Zentral ist dabei der Begriff der Identität von Dingen.

Das logische Problem lässt sich erläutern, ohne auf die Philosophie des Geistes zu rekurrieren, was ich für einen Vorteil halte. Und zwar beispielsweise so: Es gibt in der Welt um uns herum Katzen, und es gibt Materie. Wir wissen, dass (und in einigem Detail, wie) eine Katze aus einem Haufen Materie besteht. Für die Katze als Katze sind nun aber gewisse Dinge möglich, die für die Materie der Katze als Materie nicht möglich sind. Katzen wachsen, verändern also ihre materielle Konstitution, während das für einen Haufen Materie per Definition ausgeschlossen ist. Diese simple Beobachtung führt zu einem Dilemma, was die Frage der Identität der Katze mit ihrer Materie angeht. Ich werde im Vortrag das Dilemma skizzieren und mögliche Antworten diskutieren; der Dualismus als spezifische Verneinung der Identität ist dabei eine Option. Ausgehend von der skizzierten Problemlage will ich dann schildern, welche Anforderungen an den Identitätsbegriff sich für eine monistische Position ergeben und wie diese sich in logisch konsistenter Weise einlösen lassen.