Vortrag von Prof. Dr. Dieter Thomä (St. Gallen) im Rahmen des Philosophischen Kolloquiums

 

Datum: 18. März 2020
Zeit: 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr
Ort: Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, Hörsaal 3.B55

Die Figur des Helden wirkt antiquiert oder sogar anstössig. Soziologen und Historiker haben empfohlen, dass wir uns in einer „postheroischen“ Gesellschaft einzurichten hätten. Dieser Vortrag ist ein Plädoyer, das gegen diese Empfehlung im Rahmen der politischen Philosophie Widerspruch anmeldet. In einem ersten Schritt wird hierzu eine Minimaldefinition des Helden entwickelt. In einem zweiten Schritt geht es darum, ein Bild der Demokratie zu skizzieren, das auf deren klassischen Idealen basiert, nämlich auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. In einem dritten Schritt ist zu prüfen, ob und wie diese Ideale mit dem Heldentum vereinbar sind. Ziel dieser Überlegungen ist es, der Spannung zwischen Demokratie und Heroismus eine produktive Wendung zu geben. In der Krise der Demokratie – und wann ist sie nicht in der Krise? – sind Heldinnen und Helden nicht nur geduldet, sondern willkommen.

Flyer