Guy P. Marchal ist am 3. März mit 81 Jahren nach längerer Krankheit verschieden. Der gebürtige Basler war Gründer des Historischen Seminars Luzern sowie Gründungsdekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Luzern. Er lehrte von 1989 bis zur Emeritierung 2003 Allgemeine und Schweizer Geschichte.

Guy P. Marchal 2014 am Anlass zum 25-jährigen Bestehen des Historischen Seminars

Prof. Dr. Aram Mattioli, Professor für Geschichte mit Schwerpunkt Neueste Zeit an der Universität Luzern, würdigt Guy P. Marchal als Historiker wie folgt: "In seinen wegweisenden Arbeiten hat Guy P. Marchal einen neuen Zugang zur Schweizer Geschichte erprobt: Er hat gezeigt, dass die Nationalgeschichtsschreibung stets aktuelle Positionen historisch legitimiert. So hat er etwa die reale Existenz Winkelrieds fehlender Belege wegen früh in Frage gestellt. Aber auch betont, dass der angebliche Held als mythische Figur eine eminente Funktion im kollektiven Gedächtnis der Schweiz spielt. Furore machte er mit der Beobachtung, dass all dies keine schweizerische Eigenheit, sondern typisch für die Nationalgeschichtsschreibungen Europas ist. Zusammen mit Roger Sablonier gehört Guy P. Marchal zu den bedeutenden Schweizer Mittelalterhistorikern seiner Generation."
 

Guy P. Marchal war anspornender Autor, unermüdlicher Forscher, historischer Aufklärer im besten Sinn, umsichtiger Organisator, Gründer des Historischen Seminars und Gründungsdekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät – und ein wunderbarer Kollege. Wir vermissen ihn.

Im Namen der Universität: Bruno Staffelbach, Rektor
Im Namen der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät: Martin Hartmann, Dekan
Im Namen des Seminars: Daniel Speich Chassé, Seminarleiter
 

Ausführlicherer Nachruf im "cogito"-Websitebereich (19. März 2020)

11. März 2020