Der Historiker Patrick Kury äussert sich im Gespräch mit der NZZ über die liberale Asyltradition der Schweiz, Ängste vor dem Fremden und den Nutzen von Migration.

Herr Kury, Sie schreiben, in der Schweiz sei der Ausländer im 19. Jahrhundert «erfunden» worden. Wie kommen Sie darauf?

Mit der Ausbildung der Nationalstaaten im Zuge der Französischen Revolution wurde nach gemeinsamen historischen Wurzeln gesucht und gefragt: Wer gehört dazu, wer nicht? Auf einmal gab es die Kategorien des In- und des Ausländers. In der Schweiz löste der Begriff des Ausländers im 19. Jahrhundert denjenigen des Fremden ab, der zuvor auch bei sogenannt kantonsfremden Schweizern angewendet worden war. Mit der Bundesstaatsgründung mussten die Bürger, also alle Schweizer Männer christlichen Glaubens, national gleichgestellt werden. Dabei wurde indirekt auch der Ausländer definiert.

Lesen Sie das Interview mit Marc Tribelhorn und Martin Beglinger vom 15.5.2018 weiter

sowie auch den Artikel im Blick.

25. Mai 2018