Assistentin Geschichte der Neuesten Zeit 

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CV

Nachdem Rachel Huber ihr Bachelorstudium im interdisziplinären Studiengang Kulturwissenschaften mit Geschichte im Major an der Universität Luzern abgeschlossen hatte, absolvierte sie 2016 ihr Masterstudium in Geschichte an der Universität Hamburg mit der Masterarbeit „Palästina-Hamburg: Die politische Instrumentalisierung des Fluchtschiffes Exodus 1947 und die daraus entstandenen internationalen Implikationen“ (summa cum laude). Von 2012-2013 arbeitete sie als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschichte der Neuesten Zeit bei Prof. Dr. Aram Mattioli. Von 2015-2016 arbeitete sie als Tutorin von Prof. Dr. Angelika Schaser im Arbeitsbereich Deutsche Geschichte und wurde in diesem Zusammenhang für den Hamburger Tutorienpreis 2016 nominiert. Seit 2016 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte der Neuesten Zeit bei Prof. Dr. Aram Mattioli. Seit 2018 ist sie Redaktionsmitglied des internationalen Open Access Blogjournals Public History Weekly.
ResearchGate

Forschung

Forschungsschwerpunkte

  • Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Globalgeschichte
  • Postcolonial Studies
  • Digital history
  • Geschichte der USA und ihr Verhältnis zur indigenen Minderheit
  • Minderheiten- und Diskriminierungsgeschichte
  • Massengewalt- und Rassismusgeschichte
  • Wissenschaftsgeschichte

 

Forschungsprojekte

Laufende Projekte

Dissertation: In der aus eurozentrischer Perspektive geführten postkolonialen Geschichtsforschung prävaliert bislang ein Widerspruch: Das Gros der Forschungsprojekte wird in kolonialer Sprache geführt und folgt alleine dieses Sachverhalts wegen partiell kolonialer Logik, wie auch der unumgängliche Rückgriff auf die geschichtswissenschaftliche Methodologie. Implizit im westlichen akademisch institutionalisierten Raum und in wissenschaftlichen Denkstrukturen ist eine koloniale Genealogie, welche einerseits die Deutungshoheit über die Provenienz des "Wissens" apostrophiert und andererseits bestimmt, welches Wissen Vorrang hat. Laut Olaf Kaltmeier geht diese "ego-zentrische Perspektive in einen Euro-Zentrismus über, bei dem alle anderen Wissenssysteme als irrational oder abergläubisch abgewertet werden." Der Umstand, dass immer noch einseitig wissenschaftlich über indigene Geschichte geforscht wird, stellt für einige indigene Wissenschaftler*innen ein epistemologisches Problem dar, das die Forscherin Linda Tuhiwai Smith als Tautologie beschreibt: "Die Globalisierung von Wissen und westlicher Kultur bestätigt permanent das Selbstbild des Westens als Zentrum legitimen Wissens, als Schiedsrichter dessen, was als Wissen anerkannt wird (…) Angesichts dieser ‚epistemologischen Gewalt’ geht es darum, die Art und Weise, wie Wissen akquiriert wird, zu dekolonialisieren und zu demokratisieren, um Geschichte multiplizieren zu können."
Gegenstand der Untersuchung ist der feminine Aktivismus der pan-indigenen transnationalen (USA und Europa) Selbstbestimmungs- und Souveränitätsbewegung ("Red Power") in den USA von 1960-1980. Ziel des Vorhabens ist es die Geschichte der indigenen Aktivistinnen sichtbar zu machen und anhand wichtiger "Red Power"-Aktionen (die in den USA, in Deutschland und der Schweiz stattgefunden haben) die in Europa noch wenig bekannte indigene Protestbewegung in den Kanon der im allgemeinen unter der Chiffre "68er" subsummierten politischen Widerstandsbewegungen zu stellen. Weil sich die Aktivistinnen in einem kolonialen Zustand sehen, soll im Rahmen der oben skizzierten Theoriekritik versucht werden epistemologisch so "dekolonialisiert" wie möglich vorzugehen – gerade in Anbetracht des Umstandes, dass alleine durch die Sprache partiell kolonialer Logik gefolgt werden muss –, indem ein Prämissenkatalog, sozusagen ein künftiger Code of Conduct, eingeführt wird, der einen Perspektivenwechsel durch folgende Forschungsprämissen einläuten soll:
- Eine sensible Auswahl von Begriffen, welche ein Narrativ etablieren, das eher der Perspektive der Betroffenen entspricht: Kolumbus ist aus ihrer Perspektive ein Eindringling, kein Entdecker. Aus der Perspektive der Indigenen der USA besiedelten die ersten Angloeuropäer das Land nicht, sie besetzten es.
- Ein Wechsel des Framings: Statt einem weiteren Opfernarrativ, welches die Unsichtbarkeit der indigenen Seite der amerikanischen Geschichte perpetuiert und die indigenen Gesellschaften schwächt, soll eine Erfolgsgeschichte im Sinne von "We're still here" geschrieben werden. Die Forscherin Andrea Smith sieht im traditionellen wissenschaftlichen Betonen von Dezimierung indigener Gesellschaften eine Abwertung und Zweitklassierung indigener Geschichte: "Even within feminist circles, the colonial logic prevails that women of color, indigenous women, and women from Global South countries are only victims of oppression rather than organizers in their own right"
- Zu Beginn soll die Frage nach Vereinbarkeit von traditionellem Wissen und Wissenschaft stehen: "can we extend traditional Indigenous ways of knowing to scholarly endeavors?" (David Newhouse, 2016)
- Der Fokus der Forschungsliteratur liegt sowohl auf Titel indigener als auch westlicher Forscher*innen.
- Oral History stellt den Kern der Wissensproduktion dar.
Dass digital history bis dato unterdrückte und unsichtbare Geschichte der "Subalternen" (Spivak) und ehemals kolonisierter Gesellschaften sichtbar machen kann, ist eine der zentralen Thesen dieses Forschungsvorhabens.
 

Weitere Forschungsleistungen

Lehre

Proseminar „Wechselseitige Entdeckungen. Expeditionen und Erstbegegnungen in Nordamerika, 1513-1815“ Co-Leitung mit Prof. Dr. Aram Mattioli HS16

Masterseminar „Memory Boom and Sorry States. Westliche Erinnerungskulturen nach 1989“ Co-Leitung mit Prof. Dr. Aram Mattioli, FS17

Proseminar „Die Exodus 1947 und ihre Odyssee aus globalhistorischer Perspektive“, FS17

Proseminar „Warrior Women. Indigene Aktivistinnen in der Red Power Bewegung der USA von 1960-1980“, HS18