Was ist Pastoraltheologie?
Pastoraltheologie beschäftigt sich mit der Glaubenspraxis der Christinnen und Christen, mit der Kirche und all dem, was ihnen in besonderer Weise aufgegeben ist. Sie geht von den Erfahrungen, dem Handeln und Deuten und dem gesellschaftlichen Zusammenleben der Menschen aus. Grundlage für ihr Selbstverständnis und Vorgehen sind die Anliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils, wie es programmatisch bereits im ersten Satz der Pastoralkonstitution Gaudium et spes zum Ausdruck kommt:
"Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, gerade der Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi." (GS 1)
Ihr Ziel ist es, an der Gestaltung einer heilvollen Welt mitzuwirken: "Es geht um die Rettung der menschlichen Person, es geht um den rechten Aufbau der menschlichen Gesellschaft." (GS 3)
Als wissenschaftliche Disziplin versteht sich Pastoraltheologie als Theorie der Praxis. Sie hat zwei zentrale Aufgabenbereiche: die Erhebung und Reflexion der Praxis mit wissenschaftlichen Methoden, und die Entwicklung von Konzepten zur Unterstützung der Praxis.
In ihrer theoretischen Arbeit steht die Pastoraltheologie in einem engen Dialog mit anderen theologischen und humanwissenschaftlichen Disziplinen. Sie stellt diesen theologische Gegenwartsanalysen zur Verfügung, zugleich rezipiert sie deren Erkenntnisse. Mit ihnen arbeitet sie zusammen an den Fragen der Definition und Deutung der Wirklichkeit und der Bewältigung der Zukunft der Gesellschaft und Schöpfung.

