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Sebastian Schneider

Stipendiat GSL

Kurzbiographie / Short biography

Sebastian Schneider studierte Philosophie und Geschichte an der Universität Leipzig und schloss 2009 als Magister Artium ab. Seine Magisterarbeit trägt den Titel: "Lassen sich der gerechte Krieg und der Krieg gegen den Terrorismus zusammen denken?". Von 2008 bis 2009 war er am Institut für Philosophie der Universität Leipzig als studentische Hilfskraft angestellt.
Seit September 2010 ist er Stipendiat an der Graduate School of Humanities and Social Sciences an der Universität Luzern. Seine Dissertation wird am Institut für Philosophie von Prof. Hartmann betreut.

Sebastian Schneider studied philosophy and history at the University of Leipzig, where he obtained his Magister Artium degree in 2009. The title of his Masters dissertation was "Lassen sich der gerechte Krieg und der Krieg gegen den Terrorismus zusammen denken?" (Can we think of just war and war against terrorism in the same context?). Between 2008 and 2009, he worked as a student assistant at the Institute of Philosophy at the University of Leipzig.
Since September 2010, he has held a scholarship at the Graduate School of Humanities and Social Sciences at the University of Lucerne. His PhD thesis is being supervised by Prof. Hartmann at the Institute of Philosophy.

Dissertationsprojekt / PhD project

Der Arbeitstitel meiner Dissertation lautet: „Neue, „gerechte“ Kriege? Die Frage nach einem Kriegsbegriff in Zeiten der Neuen Kriege“. Ich möchte mich darin aus einer philosophischen Perspektive mit der Frage auseinandersetzen, was der Begriff des „Krieges“ in der aktuellen (weltpolitischen) Situation bedeutet bzw. bedeuten kann oder soll.
Wie sich empirisch feststellen lässt, ist der klassische, zwischenstaatliche Krieg als Form des gewaltsamen Konfliktaustrags zugunsten von eher substaatlichen Formen des Konfliktaustrags in den Hintergrund getreten. Die Mehrzahl der Kriege sind heute keine Auseinandersetzungen zwischen Staaten, sondern nehmen eher die Form von Bürgerkriegen, Guerilla- und Partisanenkriegen oder Terrorismus an. In den Politikwissenschaften hat sich für diese Konflikte der (umkämpfte) Begriff der Neuen Kriege durchgesetzt. Da über die Zuschreibung des Labels „Krieg“ zu einem Konflikt nun nicht nur Beschreibungen einer Konfliktsituation gemacht, sondern eben auch (moralphilosophisch) problematische Handlungsweisen ermöglicht und Zuständigkeiten geklärt werden, möchte ich den Begriff aus einer philosophischen Perspektive hinterfragen. Was bedeutet es, wenn wir von „Krieg“ sprechen? Unter welchen Umständen ist die Rede vom „Krieg“ legitim und wie lässt sich „Krieg“ von anderen Formen des gewaltsamen Konflikts, beispielsweise von Verbrechen im internationalen Maßstab, abgrenzen? Um einen umfassenden Blick zu gewährleisten, werde ich dabei insbesondere auch die politikwissenschaftlichen und völkerrechtlichen Ansätze untersuchen.

The working title of my thesis is “Neue, ‘gerechte’ Kriege? Die Frage nach einem Kriegsbegriff in Zeiten der Neuen Kriege” (“New, ‘just’ wars? The search for a concept of war in times of New Wars). Here, I want to deal from a philosophical perspective with the question of what the concept of “war” means, or can or should mean, in the current (global political) situation.
As empirical studies show, the classic inter-state war as a form of a violent conflict is giving way to more sub-state forms of conflict. Today, most wars are civil or guerrilla wars or terrorism, not conflicts between countries. In political science, the (disputed) concept of the New Wars has established itself as the term for such conflicts. Since labelling a conflict as a “war” does not merely describe a conflict situation, but also defines responsibilities and enables actions which are, from a moral philosophical perspective, problematic, I want to question the concept from a philosophical point of view. What does it mean when we talk about “war”? In what circumstances can the word “war” legitimately be used for a certain conflict, and how can we distinguish “war” from other forms of violent conflict such as crimes of an international scale? To provide an extensive overview, I will also examine the approaches taken by political science and international law.

Publikationen / publications

Sebastian Schneider, « Der Krieg als eine besondere Form des Konflikts », Trajectoires [En ligne], 5 | 2011, mis en ligne le 16 décembre 2011, consulté le 14 mai 2012. URL : http://trajectoires.revues.org/770