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Profil des Soziologischen Seminars

Bild Am Soziologischen Seminar werden Veranstaltungen in soziologischer Theorie, in den Methoden und Techniken der empirischen Sozialforschung, in Kommunikationssoziologie, in Organisationssoziologie und in Soziologie der Weltgesellschaft angeboten.

Das didaktische Konzept des Soziologischen Seminars orientiert sich an interaktionsnahen Lehrformen, die eine optimale Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden ermöglichen – was an einer kleinen Universität, an welcher auf ein gutes Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden Wert gelegt wird, realisierbar ist.
Das Seminar bietet zwei Studiengänge an:

Das Fachstudium Soziologie (Major oder Minor)

Das integrierte Studienprogramm „Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“


Fachstudium „Soziologie“

Das Profil der Luzerner Soziologie versteht sich als Beitrag zur Erweiterung und Differenzierung des Universitätsstandorts Schweiz. Im Rahmen der schweizerischen soziologischen Hochschullandschaft besteht ein ausgeprägter Nachholbedarf in Bezug auf die theoretische und empirische Berücksichtigung der kommunikationstheoretischen Tradition der Soziologie. Diese Tradition, die praktisch zeitgleich mit der aktuell immer noch dominierenden handlungstheoretischen Linie entsteht, legt sich auf „Kommunikation“ als gesellschaftstheoretischen Grundbegriff fest. Sie verzichtet damit nicht auf den Handlungsbegriff, dieser wird aber als Grundbegriff, von dem aus Sozialität entworfen wird, kommunikationstheoretisch rekonstruiert.

Die methodologische Orientierung (und entsprechend auch die Methodenausbildung) verhält sich entsprechend kritisch gegenüber wissenschaftstheoretisch nicht länger begründbaren Positionen der empirischen Sozialforschung. Wissenschaftstheoretisch wird an konstruktivistische Positionen angeschlossen, die selbst Resultat der „kommunikationstheoretischen Wende“ der Sozialwissenschaften sind oder diese motiviert haben (Popper, Kuhn, Lakatos, radikaler und operativer Konstruktivismus). Hierauf aufbauend umfasst die Methodenausbildung die klassischen Techniken der quantitativen und qualitativen empirischen Sozialforschung, mit besonderer Betonung inhaltsanalytischer Verfahren (Text und Bild).

Gesellschaftswissenschaftliche Grundlagenkenntnisse in (auch methodischer) Auseinandersetzung mit den neueren Entwicklungen der soziologischen Gesellschaftstheorie, Techniken der qualitativen und quantitativen Sozialforschung mit Schwerpunkt auf inhaltsanalytische (Text und Bild) Verfahren sowie vertiefte Kenntnisse in ausgewählten Schwerpunktbereichen (Kommunikationsmedien, Organisationen, Funktionssysteme der modernen Weltgesellschaft) bilden mithin die Eckpfeiler des soziologischen Ausbildungsprofils an der Universität Luzern.

Mögliche Arbeitsbereiche der Absolventen und Absolventinnen des Fachstudiums „Soziologie“

Theorie und Praxis sind bekanntlich immer aufeinander bezogen, sie lassen sich aber mit guten Gründen unterschiedlich gewichten. So genannt praxisnahes, operatives Wissen ist Wissen, von dem man weiss, dass es sich bereits in der Praxis bewährt hat. Dieses Wissen über die Praxis von heute vermitteln in erster Linie die Fachhochschulen. Das Lehrkonzept des Soziologischen Seminars ist hingegen in erster Linie an der typischerweise universitären Vermittlung reflexiven, forschungsnahen Wissens orientiert: vermittelt werden soll die Fähigkeit, sich in offenen, unstrukturierten Situationen zu bewähren, also in Situationen, in denen kein bereits bewährtes Wissen abrufbar ist – forschungsnahe Kompetenzen erschliessen die Praxis von morgen. Das Studium der Soziologie soll Studierende ausbilden, die anspruchsvolle Führungsaufgaben zu übernehmen in der Lage sein werden, die Problemlösungsfähigkeiten und analytische Kompetenzen auf hohem Reflexionsniveau verlangen und eine sowohl generalistische wie auch spezifische, kultur- und gesellschaftswissenschaftliche bzw. humanwissenschaftliche Ausbildung erfordern.

Insofern orientiert sich die Ausbildung an einem klassisch generalistischen Profil, das in erster Linie reflexive, forschungsorientierte Fähigkeiten fördert, die dann in eine ganze Reihe spezialistischer Berufsprofile eingebracht werden können. Folgende Berufsprofile kommen entsprechend primär in Frage:

Institutionen und internationale Organisationen: Funktionen der Politik und Strategie

Wissenschaft: Durchlauf der akademischen
Laufbahn

Kulturmanagement

Unternehmensberatung und Personalplanung

Sozialwesen

Beratungstätigkeiten



Integrierter Studiengang
„Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“

Der Integrierte Studiengang „Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“ zeichnet sich durch eine gesellschaftswissenschaftliche Ausrichtung und eine interdisziplinäre Orientierung aus. Das Studienprogramm setzt insbesondere soziologische, politikwissenschaftliche und historische Akzente.

Wie die Luzerner Soziologie schliesst auch der Integrierte Studiengang „Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“ an die kommunikationstheoretische Tradition der Soziologie an und legt sich auf „Kommunikation“ als gesellschaftstheoretischen Grundbegriff fest. An diesen Traditionskontext schliessen die thematischen Schwerpunkte des Studienganges an: „Kommunikationsmedien“ einerseits, „Organisationen“ andererseits.

Kaum ein bedeutungsvoller gesellschaftlicher Trend kann heute analysiert und verstanden werden, ohne auf die Rolle von Kommunikationsmedien Bezug zu nehmen. Scheinbar so unterschiedliche Erscheinungen wie die Globalisierung, die weltweiten Migrationsprozesse, politische Konflikteskalationen und De-Eskalationen; das Zusammenspiel von „realer“ und „virtueller“ Realität, die Verwandlung der traditionellen, im Lokalen verwurzelten Gemeinschaften in die „virtuellen Gemeinschaften“ globaler Kommunikationsnetze, das „Ende der Nation“ und der Siegeszug von global operierenden wirtschaftlichen und politischen Organisationen; die Verwandlung von sozialen Bewegungen in weltweit aktive und auf massenmediale Aufmerksamkeit angewiesene NGO’s (Non Governmental Organizations – Nicht-Regierungs-Organisationen), die Verwandlung von Politik in politische Werbung, die Raffinierung von Marketingstrategien politischer und ökonomischer Akteure etc.: all diese Erscheinungen lassen sich weder verstehen noch voraussehen, ohne Bezug zu nehmen auf die Rolle, die die Entwicklung der Kommunikationsmedien der Gesellschaft spielen. Im Zentrum soll mithin ein gesellschaftstheoretisch abgesicherter Zugriff auf das Thema „Kommunikationsmedien“ stehen: ein Zugriff, der sowohl die historische Entwicklung von Kommunikationsmedien (Medienevolution: vom nur gesprochenen Wort schriftloser Gesellschaften hin zur Schrift, vom Buchdruck hin zu den elektronischen Medien und schliesslich dem Computer), wie auch die Beziehungen zwischen Kommunikationsmedien und (vermittelt über den Begriff der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien) funktionaler Differenzierung der Weltgesellschaft berücksichtigt.

Der zweite, auf den ersten abgestimmte, Schwerpunkt des Studienganges, „Organisationen“, ist als Analyse insbesondere von politischen und wirtschaftlichen Organisationen ausgelegt, bezieht sich also den Zusammenhang zwischen Interaktion und Organisation einerseits, zwischen Organisation und Gesellschaft andererseits mit ein. Die Kombination von Kommunikationsmedien und Organi­sationsforschung dürfte eines der gegenwärtig besonders innovativen soziologischen Forschungs- und Lehrgebiete darstellen: insbesondere die Analyse politischer Organisationen hat sich, im Zuge einer durch Globalisierung zunehmend sichtbar gewordenen Einschränkung der Handlungsspielräume des Nationalstaates, der Internationalisierung sozialer Bewegungen in der Form von NGO’s und der Internationalisierung politischer Organisationen als Reaktion auf die längst erfolgte Internationalisierung global tätiger wirtschaftlicher Organisationen als wichtiges Forschungs- und Lehrthema herauszuschälen begonnen.

Gesellschaftswissenschaftliche Grundlagenkenntnisse in (auch methodischer) Auseinandersetzung mit den neueren Entwicklungen der soziologischen Gesellschaftstheorie, Techniken der qualitativen und quantitativen Sozialforschung mit Schwerpunkt auf inhaltsanalytische (Text und Bild) Verfahren, sowie vertiefte Kenntnisse in den Schwerpunktbereichen Kommunikationsmedien (historische Medienevolution, „Alte“ und „Neue“ Medien, symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien) sowie Organisationen (Organisationssoziologie, mit besonderen Schwerpunkten in den Themen Organisationen und Informationsgesellschaft sowie an den Schnittstellen zwischen Organisationen und Massenmedien – „Public Relations“, „Marketing“) bilden mithin die Eckpfeiler des Ausbildungsprofils des Studienganges in „Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“ an der Universität Luzern.

Mögliche Arbeitsbereiche der Absolventen und Absolventinnen des Studienganges „Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“

Theorie und Praxis sind bekanntlich immer aufeinander bezogen, sie lassen sich aber mit guten Gründen unterschiedlich gewichten. So genannt praxisnahes, operatives Wissen ist Wissen, von dem man weiss, dass es sich bereits in der Praxis bewährt hat. Dieses Wissen über die Praxis von heute vermitteln in erster Linie die Fachhochschulen. Das Lehrkonzept des Soziologischen Seminars ist hingegen in erster Linie an der typischerweise universitären Vermittlung reflexiven, forschungsnahen Wissens orientiert: vermittelt werden soll die Fähigkeit, sich in offenen, unstrukturierten Situationen zu bewähren, also in Situationen, in denen kein bereits bewährtes Wissen abrufbar ist – denn forschungsnahe Kompetenzen erschliessen die Praxis von morgen. Das Studium der „Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften“ soll Studierende ausbilden, die anspruchsvolle Führungsaufgaben zu übernehmen in der Lage sein werden, die Problemlösungsfähigkeiten und analytische Kompetenzen auf hohem Reflexionsniveau verlangen und eine sowohl generalistische wie auch spezifische, kultur- und gesellschaftswissenschaftliche bzw. humanwissenschaftliche Ausbildung in ausgewählten Bereichen (Kommunikationsmedien, Organisationen) erfordern.

Insofern orientiert sich die Ausbildung an einem klassisch generalistischen Profil, das in erster Linie reflexive, forschungsorientierte Fähigkeiten fördert, die dann in eine ganze Reihe spezialistischer Berufsprofile eingebracht werden können. Die besonders nahe liegenden spezialistischen Berufsprofile sind dabei durch die thematischen Schwerpunkte des Programms vorgegeben (Kommunikationsmedien, Organisationen). Folgende Berufsprofile kommen entsprechend primär in Frage:

Medienindustrie: Programmgestalter, Herausgeber und Produzenten sowie Redakteure und Journalisten

Unternehmens- bzw. allgemein Organisationskommunikation: Pflege externer Kontakte; public relations; Pflege interner Kommunikation von Unternehmen, öffentlichen, halböffentlichen und privaten anderen Organisationen (von Parteien zu religiösen Organisationen bis hin zu NGO’s und Non-Profit-Organisationen)

Institutionen und internationale Organisationen: Funktionen der Politik und Strategie

Unternehmensberatung und Personalplanung

Öffentliche Verwaltung

Wissenschaft: Durchlauf der akademischen Laufbahn