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Lehrveranstaltungen

Von auswärtigen Lehrbeauftragten

Herbstsemester 2007

Dr. Bettina Spoerri, Zürich
Abwesende Väter – aufmüpfige Töchter. Konfigurationen weiblicher Auflehnung in neuerer deutschsprachiger jüdischer Literatur


Seit rund zwei Jahrzehnten erscheinen in der deutschsprachigen jüdischen Literatur zunehmend Texte, welche die Position und Rolle der Frauen thematisieren. Esther Dischereit, Lea Fleischmann, Barbara Honigmann, Gila Lustiger, Eva Menasse, Anna Mitgutsch, Viola Roggenkamp oder Malin Schwerdtfeger sind die Vertreterinnen der zweiten und dritten Autor(inn)en-Generation nach der Schoa, die weiblichen Erzählstimmen respektive Protagonistinnen Raum geben, um inner- und ausserhalb von Familie, Erziehung, Tradition und Religion ihre Identität zu suchen. In diesem Seminar wird untersucht, mit welchen narrativen und sprachlichen Mitteln die Romane, Erzählungen und literarischen Essays dieser Autorinnen vorgegebene Muster und Strukturen auf verschiedenen Textebenen subversiv reflektieren und wie alternative Lebensentwürfe eines neuen, veränderten Selbstbewusstseins der Töchter erprobt werden – eine Fragestellung, die nicht zuletzt auch auf die Autorinnen selbst und ihren Umgang mit dem literarischen Kanon bezogen werden kann.

Literatur:

  • Gilman, Sander L. / Steinecke, Hartmut: Deutsch-jüdische Literatur der neunziger Jahre. Die Generation nach der Shoah, Berlin 2002.
  • Nolden, Thomas: Junge jüdische Literatur. Konzentrisches Schreiben in der Gegenwart, Würzburg 1995.
  • Honigmann, Barbara: Das Gesicht wieder finden. Über Schreiben, Schriftsteller und Judentum, München 2006.