Navigation



Sie sind hier:

Laufendes Forschungsprojekt

Hinter Mauern. Fürsorge und Gewalt in kirchlich geführten Erziehungsanstalten im Kanton Luzern (Arbeitstitel)

Interdisziplinäre Studie im Auftrag der röm.-kath. Kirche im Kanton Luzern

Die Studie wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit von sechs Teilprojekten ausgearbeitet:
- Lokalgeschichte (Markus Furrer, PHZ)
- Allgemeine Geschichte (Loretta Seglias)
- Kirchengeschichte (Markus Ries und Valentin Beck, Universität Luzern)
- Pädagogik / Psychologie (Werner Hürlimann, PHZ)
- Theologische Ethik (Johannes Frühbauer, Universität Luzern)
- Pastoraltheologie (Stephanie Klein und Livia Wey-Meier, Universität Luzern) 


Die Studie dokumentiert und erforscht das Erziehungswesen in katholischen Erziehungsanstalten im Kanton Luzern im Zeitraum von Anfang 20. Jahrhundert bis etwa 1980. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Dimensionen von physischer und psychischer Gewalt gegenüber Kindern. Es wird nach Hintergründen und Ursachen gefragt, nach zeitgeschichtlichen Zusammenhängen und nach kirchlichen und religiösen Legitimationsweisen. Das Projekt ist mit anderen ähnlichen Projekten in der Schweiz eng vernetzt.


Die pastoraltheologische Teilstudie nimmt zwei komplementäre Bereiche in den Blick: die Strukturen von Führung, Macht und Machtmissbrauch in kirchlichen Institutionen, sowie die Identitätsentwicklung der Kinder in diesen Strukturen. Es wird nach den religiösen Erfahrungen, Deutungs- und Bewältigungsmustern der Heimkinder gefragt sowie nach den kirchlichen Strukturen, nach der strukturellen und individuellen Macht der Seelsorgenden und ihren religiösen Legitimationsmustern. Aus diesen Erkenntnissen werden Schlüsse für Prävention in heutigen Einrichtungen gezogen und Vorschläge entwickelt. 


Methodisch wird ein qualitativ-empirischer und ein analytischer Zugang gewählt:
- Durch die Auswertung von narrativen Interviews, die von Markus Furrer erhoben worden sind, werden Erkenntnisse zur Identitätsentwicklung der Kinder und zu kirchlich-institutionelle Aspekten gewonnen.
- Diese Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund des theoretischen Diskurses zum Zusammenhang von Macht, Gewalt und Identität (Foucault, Popitz, Goffman u.a.) diskutiert.