JRGK
Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission (JRGK)
Commission de dialogue judéo/catholique-romaine
Commissione di dialogo ebrei/cattolico-romani
- Profil der JRGK
- Mitglieder
- Veröffentlichungen
- Geschäftsführung
- Dies Iudaicus – Tag des Judentums
- Jahresberichte
Profil der JRGK
Möglichkeiten und Ziele der JRGK sind:- aktuelle Informationen über jüdische und christliche Neuigkeiten und Veröffentlichungen
- Reaktionen auf gesellschaftspolitische Ereignisse
- Diskussionen über religionsphilosophische Themen von Judentum und Christentum
- Publikation und Dokumentation der behandelten Themen
- Vorbereitung (ab 2011 jährlich): Tag des Judentums (Dies Iudaicus) mit Materialhandreichungen und weiteren Angeboten zur Gestaltung
Mitglieder
Beauftragter der SBK: Bischof Mgr Charles Morerod OP (Bischof von Lausanne, Genf und Fribourg)
Sekretär der SBK: Dr. Erwin Tanner (Fribourg)
Beauftragter des SIG: Dr. Herbert Winter
Generalsekretär des SIG: Jonathan Kreutner
Katholische Co-Präsidentin: Prof. Dr. Verena Lenzen (Luzern)
Jüdischer Co-Präsident: vakant
Rabbiner Dr. David Bollag (Luzern/Jerusalem)
Rabbinatsassistent Michel Bollag (Zürich)
Dr. Richard Breslauer (Zürich)
Dr. Fulvio Caccia (Camorino)
Dr. Simon Erlanger (Basel)
Dr. P. Christian M. Rutishauser SJ (Schönbrunn)
Prof. Dr. Adrian Schenker OP (Fribourg)
Prof. Dr. Esther Starobinski (Genf)
Dr. Walter Weibel (Gelfingen)
Veröffentlichungen
- Das Bild des Anderen, 2005
Diese Publikation ist auch im Internet abrufbar:
http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/pdf/bilddesanderetext_d.pdf (deutsch)
http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/pdf/imagedelautretexte_f.pdf (französisch)
http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/pdf/bilddesanderentext_i.pdf (italienisch) - Erklärung gegen Terror und Gewalt, 2002
- Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz zum Verhalten der katholischen Kirche in der Schweiz zum jüdischen Volk während des Zweiten Weltkriegs und heute, 2000
- Antisemitismus: Sünde gegen Gott und die Menschlichkeit, 1992
Geschäftsführung
Institut für Jüdisch-Christliche Forschung
Universität Luzern
Frau Prof. Dr. Verena Lenzen
Frohburgstrasse 3
Postfach 4466
6002 Luzern
Sekretariat des IJCF
Tel. 041-229 52 17
Fax: 041-229 52 15
E-Mail: L_hc__ulinu--fcji
Dies Iudaicus – Tag des Judentums
Die römisch-katholische Kirche der Schweiz führte einen Tag des Judentums (Dies Iudaicus) ein, um auf diese Weise die tiefe Verbundenheit von Judentum und Christentum zum Ausdruck zu bringen. Für den Dies Iudaicus wurde der 2. Fastensonntag gewählt; er fand 2011 zum ersten Mal statt. Die Päpstliche Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum hat diese Einrichtung empfohlen, der die Schweizer Bischofskonferenz mit ihrem Entschluss gefolgt ist.
Am Dies Iudaicus rufen wir uns ins Gedächtnis, was das Judentum in Vergangenheit und Gegenwart für uns und für unseren christlichen Glauben bedeutet. Wir sind darin verwurzelt (vgl. Römer 9-11). Die Juden sind unsere älteren Geschwister im Glauben. Gott hat das Volk Israel in Liebe erwählt und mit ihm seinen Bund geschlossen, und dieser bleibt für immer bestehen.
Das Zweite Vatikanische Konzil hat dies in der epochemachenden Erklärung Nostra Aetate (1965) in das Bewusstsein der katholischen Kirche zurückgerufen. Seitdem haben zahlreiche Dokumente der Kirche die geistliche Verbundenheit der Kinder Abrahams betont und das geschwisterliche Gespräch gefordert. Die Kirche will die gegenseitige Kenntnis und Achtung der Religionen fördern. Es hat in der Geschichte zuviel Ablehnung, Verachtung und Hass gegenüber den Juden gegeben. Das widerspricht dem christlichen Glauben und muss im Kampf gegen alle Manifestationen von Antijudaismus und Antisemitismus endgültig überwunden werden. Auch die evangelischen Kirchen setzen sich seit 1945 für die jüdisch-christliche Verständigung ein.
Die Weggemeinschaft zwischen Juden und Christen ist ein Anliegen des Glaubens und des Gebetes. Daher hat es seinen Platz in der Liturgie und im Gottesdienst der Kirche. Gerade die Fastenzeit eignet sich für eine solche Besinnung, denn es werden viele Abschnitte aus dem Alten Testament, der jüdischen Bibel, vorgelesen und erklärt. Die Liturgie stellt in dieser Zeit des Kirchenjahres den Zusammenhang zwischen Judentum und Kirche her.
Im Sinne eines echten Dialogs begegnet der Dies Iudaicus einem Wunsch auf jüdischer Seite. Er wird vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund begrüsst. Die Oberrabbiner Israels haben in einem Gespräch mit Papst Johannes Paul II. bereits 2004 die Bedeutung unterstrichen, die sie einem solchen Tag zumessen würden.
Es ist zu hoffen, dass die regelmässige, jährliche Begehung eines Tags des Judentums den Dialog zwischen christlichen und jüdischen Frauen und Männern sowie das gegenseitige Kennenlernen der beiden Religionen fördern wird. Jede Form von Judenmission wird abgelehnt. Ein echtes Gespräch setzt die Anerkennung und Wertschätzung der anderen Religion sowie die Treue zum eigenen Glauben voraus. Es geht auch nicht um eine politische Stellungnahme zum Nahostkonflikt, sondern um die grundlegende Verbundenheit der Kirche mit dem Volk Israel.
Die Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission der Schweizer Bischofskonferenz und des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes wird jährlich Materialien zur Verfügung stellen und Anregungen geben, um den Tag des Judentums durch Gottesdienst, Begegnungen und Veranstaltungen zum jüdisch-christlichen Dialog zu gestalten. Jede Eigeninitiative zur Förderung des Dies Iudaicus ist zudem willkommen. Es soll ein Tag des Feierns, des Gebetes und der vertieften Kenntnis des Judentums werden.
Download dieses Basistextes (d/f)
Unterlagen zum Dies Iudaicus 2012:
Fünf Texte zum Dies Iudaicus (Schwerpunkt Genesis 22)
Journée du judaisme en Suisse (Cinque textes)
Prof. Dr. Verena Lenzen wird im Herbstsemster 2012 eine Vorlesung zu Genesis 22 halten. Weitere Informationen
Artikel von Verena Lenzen im Themenheft 2012 des Deutschen Koordinierungsrates: Der Tag des Judentums in der Schweiz
Unterlagen zum Dies Iudaicus 2011:
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