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Hinweis des Monats - November 2006

Inhalt Josef Vital Kopp zum 100. Geburtstag
Beromünster feiert im November den 100. Geburtstag des im Flecken geborenen Dichters Josef Vital Kopp (1906-1966). Nach dem Theologiestudium in Innsbruck empfing er 1931 die Priesterweihe, danach studierte er in Fribourg, in Heidelberg und in Berlin Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte und wurde 1938 zum Dr. phil. promoviert. An der kantonalen Mittelschule Willisau wirkte er als Lehrer für alte Sprachen und als Rektor, 1945 wechselte er an das Gymnasium in Luzern. Zu grossem Ansehen gelangte Kopp als Prediger und Schriftsteller; seine Novellen und Romane beschäftigten sich mit dem gesellschaftlichen Wandel, mit dem aggiornamento in der Kirche und mit dem Verhältnis zwischen Naturwissenschaft und Theologie - letzteres insbesondere in Auseinandersetzung mit Pierre Teilhard de Chardin. Kopp beass eine Sammlung antiker Münzen, welche sich heute im Museum "Bibel+Orient" an der Universität Fribourg befindet. Eine schwere Krankheit zwang ihn 1962, den Lehrberuf aufzugeben.

Aufführung

In Beromünster wird die postum erschienene Erzählung "Der Nachbar" in einer szenischen Fassung von Louis Naef aufgeführt; Darsteller ist Gregor Vogel.
Die Daten:
 
Freitag, 3. November, 19.30 Uhr
Sonntag, 5. November, 18.30 Uhr
Freitag, 10. November, 19.30 Uhr
Samstag, 11. November, 19.30 Uhr
Sonntag, 12. November, 17.00 Uhr
Freitag, 17. November, 19.30 Uhr
Samstag, 18. November, 19.30 Uhr
Sonntag, 19. November, 17.00 Uhr

Stiftstheater Beromünster, Eintritt 30 Franken (Studierende 25), Vorverkauf über die Gemeindekanzlei Beromünster, Telefon 041 / 932 14 14.
Pirmin Meier schreibt dazu: Josef Vital Kopp nimmt mit dieser Erzählung nicht nur Abschied von sich selbst, auch weithin Abschied von den bei ihm noch üblichen herkömmlichen literarischen Formen und Ausdruckensweisen. "Der Nachbar" ist ohne Zweifel bis zum heutigen Tag einer der modernsten, wenn nicht der modernste Text eines Autors aus der Zentralschweiz. Die "fragmentarischen Erfahrungen" des Beobachters, der ein mitspielender Zuschauer ist, gewinnen in ihrer Knappheit und Präzision eine Dichte, die den denkbar grössten Kontrast zu der stets barock geprägten grossen Tradition der Autoren aus Beromünster darstellt. Als moderner Totentanz bleibt dieses "Handspiel" dennoch dieser Tradition verbunden. Der wohl perfekteste Ausdruck derselben in moderner Form. Als Schriftsteller kann ich mich vor diesem Glanzstück sprachlicher Symbolkunst nur verneigen. Von einigen wenigen Meistern aus unserem Raum – vielleicht Klaus Merz, vielleicht Thomas Hürlimann – wurde im Zenit ihres Schaffens dann und wann ähnlich Treffliches geschaffen. Wann aber hätte ein Literat aus unserem Raum das Zeichensystem des Todes vergleichbar unerbittlich, in einer "trockenen" Symbolik,, so deutlich gemacht wie Josef Vital Kopp? Wie die erstmalige szenische Darstellung diese Herausforderung bewältigt, darauf darf man mit Recht gespannt sein.
Neuerscheinung
Josef Bättig – Klaus von Matt (Hrg.), Josef Vital Kopp, Erbe und Aufbruch, Luzern 2006.

Links:
zu den Jubiläumsveranstaltungen
http://www.beromuenster.ch/index.php?nav=8,300,402

zur Biographie
http://www.linsmayer.ch/K/KoppJosefVital.html

zur Münzsammlung im Bibel+Orient Museum
http://www.bible-orient-museum.ch/sammlungen/sammler/_seiten/sammler_kopp_de.php

Redaktion: Barbara Ulsamer
Letzte Aktualisierung: 06.11.2006
© Universität Luzern