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Zehn Jahr Universitätsverein

Präsidentin Doris Russi im Interview mit der Neuen Luzerner Zeitung

Im Jahr 2000 erreichte der Universitätsverein sein Ziel: Die Uni blieb erhalten. Seitdem hört man nicht mehr viel.
Doris Russi Schurter: Wenn Sie nicht viel hören, heisst das, dass wir unsere Aufgabe erfüllen und im Hintergrund professionelle Arbeit machen. Im Hinblick auf die Abstimmung über den 145-Millionen-Kredit für die Uni im Postbetriebsgebäude 2006 hat der Verein mehr als 150´000 Franken für die Kampagne zusammengebracht.

Vereinszweck ist aber auch, die Uni in der Bevölkerung zu verankern. Wie geht das, wenn man nicht öffentlich wirkt?
Russi Schurter: Wir tun das, indem wir versuchen, möglichst viele Personen in der Zentralschweiz als Mitglieder zu gewinnen. Weil eben finanzielle Unterstützung nur das Eine ist. Das Andere, gerade vor Abstimmungen, ist das Lobbying.
1500 Vereinsmitglieder sind eine gute Lobby in einer Region mit tiefer Akademikerquote. Sie wollen mehr?
Russi Schurter: Wir wollen viel mehr: Wir möchten ein „WIR-Gefühl“ entwickeln für die Uni. Jeder und jede soll sich für die Belange der Uni interessieren. Im Augenblick haben wir vor allem Mitglieder aus dem Kanton Luzern; wir wollen uns stärker auf die gesamte Zentralschweiz und den Aargau ausrichten. Vor allem aber möchten wir noch mehr in der Wirtschaft verankert sein, etwa in der Banken- und Versicherungsbranche.

Um mehr Mittel zu beschaffen für die Uni, also den zweiten Zweck des Universitätsvereins zu erfüllen?
Russi Schurter: Nicht nur deshalb. Wir sind Freunde der Uni, und wir bauen diesen Freundeskreis auch aus der Überzeugung aus, für eine sinnvolle Sache einzustehen. Aber es ist richtig: Im Fundraising wollen wir stärker werden. Im Moment sind die Mittel, die der Verein beschafft, vor allem die Mitgliederbeiträge.

Jedes Mitglied zahlt 20 Franken. Mal 1500 sind das 30 000 Franken. Viele Professoren stellt die Uni damit nicht ein.
Russi Schurter: Das Fundraising lief bisher zu einem guten Teil über die Universitätsstiftung, und die hat in den letzten 10 Jahren rund 10 Millionen Franken beschafft. Dazu dürfen Sie die 15 Millionen rechnen, die für den Neubau gesammelt wurden. Diese Summen entlasten den öffentlichen Haushalt erheblich.

Sie haben die Universitätsstiftung erwähnt. Es gibt ein eigentliches Geflecht von Fördervereinen, die Goodwill und Mittel beschaffen sollen: neben dem Universitätsverein und der Stiftung auch den Förderverein der Rechtsfakultät. Ist das zweckdienlich?
Russi Schurter: Der Förderverein der Rechtsfakultät wird sich umwandeln in eine Alumni-Vereinigung für alle drei Fakultäten, also eine Ehemaligen-Organisation.

Weil zu viele dasselbe tun?
Russi Schurter: Nicht deshalb, das tun sie auch keineswegs. Die drei Organisationen arbeiten zusammen und ergänzen sich. Auch die Alumni-Vereinigung wird Fundraising betreiben. Allerdings dauert es wohl noch ein, zwei Generationen, bis die Gelder fliessen. Erfahrungsgemäss spenden ehemalige Studierende erst ab einem gewissen Alter,


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Luzerns Hochschulen sind jede für sich zu klein, um in Lehre oder Forschung landesweit Gewicht zu erlangen, und müssen sich als Einheit profilieren. Das sagte, vor nicht allzu langer Zeit, Markus Hodel, der Direktor der Hochschule Luzern oder «Lucerne University of Applied Sciences», also der Fachhochschule.
Anderer Meinung ist Rudolf Stichweh, Rektor der Universität Luzern. Die drei Hochschultypen Universität, Pädagogische Hochschule, Fachhochschule seien klar voneinander getrennt. Stichweh: «Solange die Schweiz dieses System hat, kann Luzern nicht einfach einen Sonderweg gehen und sagen: Bei uns ist alles eins. Das wäre ein Mischmasch. Wir würden uns in die Bedeutungslosigkeit begeben.»
Tatsächlich hat sich die Arbeitsgruppe, die im Rahmen der Sparreform 06 eine Zusammenlegung der Luzerner Hochschulen prüfte, inzwischen aufgelöst.
Dass die Fachhochschulen eine «Verhochschulung» der Berufsbildung bewirken, zumal auch sie auf lehrer- und theorielastigem Weg zu akademischen Abschlüssen führen, bezweifelt Stichweh: «Die Fachhochschulen machen ja keine Berufsbildung, sie vermitteln angewandtes wissenschaftliches Wissen.» Das eigentliche duale Berufsbildungssystem mit praktischem Teil in den Betrieben und theoretischem Teil in den Berufsschulen sei in der Schweiz, anders als in Deutschland, stark verankert und unangefochten.