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Forschungsprojekte

  1. Phänomenales Bewusstsein: Qualitatives Erleben und seine naturwissenschaftliche Erklärung
  2. Zur Aktualität Jean-Paul Sartres. Philosophie, Literatur, Politik

Phänomenales Bewusstsein: Qualitatives Erleben und seine naturwissenschaftliche Erklärung

Im Zuge des explanatorischen Erfolgs der Naturwissenschaften gelten auch klassische philosophische Fragestellungen (Willensfreiheit, Leib-Seele-Problem) als künftig mit empirischen Mitteln lösbar. Im Bereich des Phänomenalen sieht sich der Transfer naturwissenschaftlicher Methoden allerdings mit gravierenden Problemen konfrontiert, die aus den spezifischen Charakteristika des phänomenalen Bewusstseins resultieren: der qualitative bzw. erlebnishafte Charakter von Bewusstseinszuständen, die Subjektivität des Erlebens dieser Zustände und die Nicht-Begrifflichkeit ihres jeweiligen Gehalts. Diese Merkmale erweisen sich gegenüber naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen als derart resistent, dass phänomenales Bewusstsein insgesamt als "the really hard problem" (Chalmers) des gesamten Projekts der Naturalisierung gelten kann. Um sich als plausibel auszuweisen, machen naturalistische Positionen von Begründungsverfahren Gebrauch, deren Legitimität klärungsbedürftig ist. Hierzu zählen: die Bedeutungsverschiebung zentraler phänomenologischer Begriffe, der Rekurs auf Prinzipien und Grundsätze, deren allgemeine Gültigkeit und rechtfertigender Status umstritten ist, die Modifikation des Explanandums sowie die Verschiebung der Beweislast. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsprojekt zielt auf eine umfassende Analyse und Bewertung solcher Argumentationsstrategien. Die Legitimität der Strategien soll einer kritischen Beurteilung unterzogen werden, und es soll geprüft werden, ob und inwieweit von deren Verwendung die Begründbarkeit naturalistischer Theorien abhängt.


Leitung: Prof. Dr. Christiane Schildknecht
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Zur Aktualität Jean-Paul Sartres. Philosophie, Literatur, Politik


Jean-Paul Sartre (1905-1980) hat in seinen frühen philosophischen Schriften, insbesondere aber in L’être et le néant (1943) den Versuch unternommen, ausgehend von Kierkegaard bzw. Husserl und in deutlicher Abgrenzung von Hegel und Heidegger eine Ontologie der menschlichen Existenz zu entwickeln, die im Begriff einer absoluten Freiheit ihren Ausgangs- und Fluchtpunkt hat. Dieser Versuch und seine Exemplifizierung einerseits in literarischen Werken, die den Menschen als auf sich allein gestelltes, in Situationen des Lebens verstricktes und „zur Freiheit verurteiltes“ Wesen beschreiben, andererseits in einem ausgeprägten politischen Engagement üben heute eine erneute Faszination aus. Zahlreiche jüngere Publikationen setzen sich mit Sartre auseinander, und einige neue Theorien erweisen eine geradezu erstaunliche Affinität zu Gedanken Sartres auf. Wie weit reicht jedoch diese Übereinstimmung wirklich? Was besagt dieser Befund über die tatsächliche Anschlussfähigkeit Sartres innerhalb der gegenwärtigen und der zukünftigen philosophischen Diskurse innerhalb und ausserhalb Europas? Und wie ist die bislang kaum ausgewertete Interdependenz der drei Fraktale des Sartreschen Werkes – Philosophie, Literatur und Politik – heute zu bestimmen? Diese und andere damit verbundenen Problemstellungen sollen in einem im März 2011 durchzuführenden und vom Philosophischen Seminar zusammen mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Luzern organisierten Sartre-Symposium von einer Reihe prominenten Forscherinnen und Forschern aus dem In- und Ausland diskutiert werden.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch das Legat von Herrn Botschafter a.D. Dr. Thomas Raeber zugunsten des Philosophischen Seminars der Universität Luzern gemäss dessen Vereinbarung mit der Stiftung Universität Luzern vom 13. Mai 2002 und in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Luzern.

Leitung: Prof. Dr. Enno Rudolph
Mitarbeiter: Dr. Alessandro Lazzari

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