Europäische Untersuchung „Perspectives on Teaching Religion“
Die Professur für Religionspädagogik beteiligt sich seit Juli 2006 an der internationalen Vergleichsstudie „Perspectives on Teaching Religion“ als nationale Koordinationsstelle für den schweizerischen Teilsurvey. Die Untersuchung wurde vom Europäischen Netzwerkes „Teaching Religion in a multicultural European Society“ (TRES) initiiert.
KontextDer gesellschaftliche Pluralisierungsprozess stellt Europa und seine Bewohner/innen vor neue Herausforderungen. Angesichts der ethnischen, kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Heterogenität sind die Menschen wie noch nie in der Geschichte dazu gezwungen, in einer unüberblickbaren Vielfalt eine unverwechselbare Identität zu bilden. Die Religionen sind – entgegen dem Theorem der säkularen Gesellschaft – einflussreiche Player in der Postmoderne und spielen bei diesem Prozess eine wesentliche Rolle und verfügen über wesentlichen politischen und medialen Einfluss. Sie prägen in konstruktiver wie destruktiver Weise den Dialog über Werte und die Formen des Zusammenlebens.
In allen europäischen Ländern stehen schulische und ausserschulische Bildungsangebote zum Thema Religion zur Verfügung. In vielen Staaten bildet Religion ein eigenständiges Schulfach, das von staatlichem oder kirchlichem Lehrpersonal unterrichtet wird. Neben den Lehrplänen prägen die Lehrpersonen den Unterricht inhaltlich, methodisch und persönlich wesentlich mit.
Ziel der Untersuchung
Das Ziel des Surveys ist es, dadurch detaillierte Informationen über das Verhältnis zwischen den Religionsgemeinschaften und deren Lehren und der Zivilgesellschaft zu erhalten und Schlüsse über nationale, konfessionelle und geschlechtsspezifische Prägungen von Lehrpersonen und deren Auswirkung auf unterrichtliches Handeln zu ziehen.
Reasearch-Design
Der Survey „Perspectives on Teaching Religion“ hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, Lehrpersonen zu folgenden Aspekten zu befragen:
- Ziele und Methoden ihres Unterrichts
- Einschätzung der Rolle der Religionen in
der modernen Gesellschaft
- Persönlicher Umgang mit Pluralität
- Glaube und religiöse Praxis
- Persönliche Werte und Ziele im Leben
- Berufszufriedenheit
- Einbettung in den schulischen oder gemeindlichen
Kontext
Dazu wurde ein qualitativ-empirisches Research-Design mit einem 11-seitigen Fragebogen erstellt.
Zur Stichprobe zählten alle Personen, die im Auftrag einer Religionsgemeinschaft oder eines Staates im Rahmen der Schule oder der religiösen Gemeinde Unterricht zum Thema Religion erteilen. Zu erwarten ist insgesamt eine Datengrundlage von gegen 10´000 Fragebögen, die Repräsentativität beanspruchen kann.
Die Erstellung der Data-Matrix und die Analyse der Daten erfolgte durch die Universität Würzburg unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Georg Ziebertz und
Dr. Ulrich Riegel. Die Verantwortung für die Feinauswertung und die Publikation der nationalen Stichproben liegen bei den nationalen Koordinationsstellen.
22.11.2006
Zufriedenstellender Rücklauf. Auswertung in Würzburg angelaufen.
Er wurde in der deutschen Schweiz insgesamt an über 3000 Personen verschickt, die im Rahmen der Schule oder in einer religiösen Gemeinde Unterricht zum Thema Religion erteilen. Der Rücklauf von einem Sechstel der Stichprobe ist sehr zufrieden stellend. Die Grösse des Sample ermöglicht es, detaillierte Informationen zu erhalten und Zusammenhänge zu erkennen.
Die Erstellung der Data-Matrix und die Berechnung der Daten erfolgen im Verlauf des Winters durch die Universität Würzburg. Die Verantwortung für die Feinauswertung und Publikation der schweizerischen Stichprobe liegen bei der Professur für Religionspädagogik / Katechetik der Universität Luzern.
