Archiv
Zum Freuen:
Kardinal Christoph Schönborn bezeichnet gegenüber den Mitarbeitenden in seinem Bistum den Grundauftrag Jesu zur Verkündigung des Evangeliums als Grundlage von Reformen in der Erzdiözese Wien. (Radio Vatikan, 14.9.11)
Die Bistumsräte des Bistums St. Gallen (Priesterrat, Rat der hauptamtlichen Laienseelsorgenden und Seelsorgerat) haben für die eidgenössischen Wahlen als Grundlage für den Wahlvorgang das Motto "Wir wählen Haltung" formuliert. (Kipa 14.9.11)
Die Theologische Fakultät der Universität Luzern lebt seit Anfang September 2011 erstmals mit den anderen Fakultäten der Universität unter einem Dach zusammen. Auch die umfangreiche Bibliothek wird gemeinsam benützt. Erstmals stehen den Mitarbeitenden und den Studierenden Aufenthaltsräume und eine Mensa zur Verfügung.
Die Ethikerin Beatrice Bowald wird für ihre Dissertation mit dem Titel «Prostitution. Überlegungen aus ethischer Perspektive zu Praxis, Wertung und Politik» mit dem Förderpreis der Marga-Bührig-Stiftung ausgezeichnet.
Der Weltjugendttag in Madrid hat bei den Teilnehmenden und darüber hinaus viel positives Echo ausgelöst.
Der Befreiungstheologe, engagierte Menschenrechtskämpfer und emeritierte Erzbischof von Sao Paulo in Brasilien (1970 bis 1998), Kardinal Paulo Evaristo Arns, feiert am 14. September 2011 seinen 90. Geburtstag. Im Jahre 1992 hielt Kardinal Arns eine viel beachtete Gastvorlesung an der Theologischen Fakultät Luzern (Kathpress, 11.9.2011).
siehe auch http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/41429.html
Im Zuge der vom Präsidenten des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, im Frühjahr 2011 losgetretenen Debatte über den Pflichtzölibat der Priester haben sich auch verschiedene Bischöfe dafür ausgesprochen, an die Stelle des Pflichtzölibat eine Option für die ehelose oder die eheliche Lebensform zu entwickeln, unter anderem Kardinal Paulo Evaristo Arns früher Sao Paulo (Brasilien), Bischof Markus Büchel (St. Gallen).
Neben dem Memorandum von über 300 Professorinnen und Professoren der katholischen Theologie hat in diesem Frühjahr auch die Österreichische Pfarrerinitiative die Frage einer grundlegenden Erneuerung der katholischen Kirche in die öffentliche Diskussion gebracht.
Ein Initiativkomitee zur Förderung der gleichberechtigten Zulassung zum Priesteramt hat im Juni 2011 durch eine Unterschriftenaktion Schritte unternommen, um "die Behörden der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt und der Römisch-Katholischen Landeskirche Basel-Landschaft (d.h. Svnoden und Kirchenräte) [zu] verpflichten, darauf hinzuwirken, dass die Römisch-Katholische Kirche die gleichberechtigte Zulassung – unabhängig von Zivilstand und Geschlecht – zum Priesteramt ermöglicht."
Das Domkapitel des Bistums Basel hat im September 2010 die aus sechs Namen bestehende Liste der Kandidierenden der letzten Bischofswahl veröffentlicht und damit einen wichtigen Beitrag zur Transparenz dieses in der kirchlichen Tradition generell üblichen, wenngleich heute singulären Wahlvorgangs geleistet.
Der Bischof von Rom hat die Christ/innen zu einem "lebendigen Dialog mit dem Wort Gottes" aufgerufen. "Die Schrift nicht kennen heisst Christus nicht kennen", sagte Benedikt XVI. mit einem Hieronymus-Zitat bei der Generalaudienz am 7. November 2007 auf dem Petersplatz. Katholik/innen sollten nicht nur alleine, sondern auch gemeinsam mit anderen in der Bibel lesen.
Der Bischof von Rom hat für Oktober 2008 eine Bischofsynode zum Thema "Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche" einberufen. Wir freuen uns über diese Initiative, durch welche die Biblische Botschaft ins Zentrum der Aufmerksamkeit und der Reflexion in unserer Kirche gerückt wird.
Die Arbeiten zur Revision der Einheitsübersetzung der Bibel haben mit einer grossen Eröffnungstagung in Würzburg Anfang Februar 2006 offiziell begonnen.
Zum Jahresbeginn 2006 ist an der Universität Luzern das Zentrum für Religionsforschung (ZRF) ins Leben gerufen worden. Das Zentrum bildet einen interdisziplinären und interfakultären Rahmen zur Erforschung des Themas "Religion". Es leitet sich aus dem im Jahr 2005 entwickelten Kooperationsverbund "Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik" der Universitäten Zürich und Luzern her. Das ZRF bildet das Luzerner Standbein der interuniversitären Zusammenarbeit.
Am 15. Mai 2006 wurde in Bern der "Rat der Religionen" gegründet. Er soll insbesondere das gegenseitige Verständnis verbessern und den religiösen Frieden erhalten und fördern. Dem Rat gehören Spitzenvertreter der Schweizer Landeskirchen, der jüdischen und der muslimischen Glaubensgemeinschaft an. Weitere Informationen: hier.
Eher unter die Rubrik "Zum Weinen" gehört jedoch die Tatsache, dass es sich bei dieser "Pioniertat" um ein reines Männergremium handelt, weswegen Frauen der drei im Rat vertretenen Religionsgemeinschaften und Konfessionen zurecht und mit Nachdruck eine geschlechtergerechte Neubesetzung fordern. Siehe dazu: hier.
Anfang September 2007 wurde bekannt gegeben, dass neu auch drei Expertinnen aus Judentum, Christentum und Islam dem Rat angehören. Mehr dazu: hier.
Wir freuen uns, dass der Bischof von Basel, Kurt Koch, in seinem Hirtenbrief zum Jahr der Priesterberufungen den priesterlichen Dienst als eine Stimme in den "Chor der kirchlichen Dienste" eingereiht hat: "Damit [mit der besonderen Aufmerksamkeit auf Priesterberufungen im Jahr 2005] ist in keiner Weise eine Abwertung der anderen kirchlichen Dienste verbunden. Ihre Förderung wird vielmehr im Jahr 2006 im Mittelpunkt stehen. Aber wie beispielsweise ein Kirchenchor, dem vor allem Bass-Stimmen fehlen, sich veranlasst sieht, in besonderer Weise für diese Stimmen zu werben, ohne die anderen abzuwerten, so sind auch wir Bischöfe in die Pflicht genommen, uns für neue Priesterberufungen einzusetzen, weil uns im Chor der kirchlichen Dienste vor allem diese Stimmen fehlen."
(Priester in einer adventlichen Kirche. Bischofswort zur Adventszeit 2004 und zum Jahr der Priesterberufungen 2005, Solothurn 2004, 5-6)
Zum Weinen:
Eine am 24.9.11 in Luzern vorgestellte Studie des SPI prognostiziert für die kommenden 20 Jahre einen weiteren drastischen Rückgang der Zahl der Priester in den Schweizer Bistümern und zugleich eine Zunahme ihrer Überalterung.
Der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation, Kardinal Mauro Piacenza, bekräftigt den "endgültigen Charakter" der Entscheidung der katholischen Kirche, Frauen nicht zum Priesteramt zuzulassen. (Radio Vatikan, 19.9.2011)
Kardinal Christoph Schönborn (Wien) wird Forderungen nach einer Änderung der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt weder nach Rom tragen noch sie dort unterstützen. (ORF-Interview, 16.9.2011)
Kardinal Christoph Schönborn (Wien) hält gegenüber seinen Mitarbeitenden Anpassungen der Kirche an die heutige Zeit – wie beispielsweise die Änderung der Zulassungsbedingungen für Priester – für völlig falsch. (Radio Vatikan, 14.9.11)
Für den notwendigen Erneuerungsbau der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern steht auch nach 30 Jahren an Planung und politischen Bemühungen keine Lösung in Aussicht.
Die öffentlich gemachten Kosten für den Weltjugendtag in Madrid und für den Besuch des Bischofs von Rom in Deutschland lassen erkennen, dass eine vernünftige und verantwortbare Plafonierung der dafür eingesetzten Geldmittel sowie verantwortbare Finanzierungswege noch nicht gefunden sind.
Im Zuge verschiedener Debatten über den Pflichtzölibat der Priester im lateinischen Ritus der römisch katholischen Kirche haben mehrere Bischöfe ihre Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass diese kirchendisziplinarische Vorschrift nicht geändert werden kann oder darf, u. a. Kardinal Joachim Meisner (Köln), Kardinal Christoph Schönborn OP (Wien), Kardinal Mauro Piacenza (Kleruskongregation), Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg), Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (Hamburg).
Die Freiheit der römisch katholischen Christinnen und Christen, in einer ihnen verantwortlich und angemessen erscheinenden Form bei der Feier der Eucharistie den Leib des Herrn zu empfangen, wird durch die Verordnung, dass in der Basilica San Pietro in Vaticano sowie bei Eucharistiefeiern, denen der Bischof von Rom vorstehe, nur die liturgische Form der Mundkommunion praktiziert werden darf, in unverhältnismässiger und ungerechtfertigter Weise eingeschränkt.
Das Verbot von weiblichen Ministrantinnen bei Messfeiern nach dem Tridentinischen Ritus ("ausserordentliche Form") widerspricht nicht nur dem Geist des Konzils und der nachkonziliaren Entwicklung der Kirche. Beklagenswert ist auch die formalistische Ausführung der Päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei", die in einem Antwortschreiben auf eine entsprechende Anfrage ihren Entscheid damit begründet, die 1994 durch die Glaubenskongregation verfügte Zulassung von Ministrantinnen habe keine rückwirkende Geltung auf den 1962 approbierten Messritus. (Radio Vatikan, 7.6.2011 unter Berufung auf KNA)
Der von der Hilfsorganisation "Kirche in Not" finanzierten Druckkosten für 700 000 Exemplare des Jugendkatechismus "YouCat", die beim Weltjugendtag in Madrid verteilt wurden, stellt einen fragwürdigen Einsatz entsprechender Finanzmittel und Spendengelder dar: Von einer Unterstützung kirchlicher Notsituationen kann in diesem Fall wohl kaum gesprochen werden. Es ist bedauerlich, dass sich für dieses Anliegen von dessen Initiatoren keine ordentlichen Finanzierungswege erschliessen liessen. (Radio Vatikan, 7.7.2011)
Verschiedene Bischöfe haben sich kritisch zum Memorandum der Theologieprofessorinnen und Theologieprofessoren geäussert, ohne sich konkret mit den angesprochen Themen konstruktiv auseinander zu setzen, u. a. Kardinal Walter Kasper, Kardinal Walter Brandmüller, Kardinal Joachim Meisner (Köln) und Bischof Felix Genn (Münster).
Die römische Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung hat am 25. März 2004 die neue Liturgie-Instruktion "Redemptionis sacramentum" veröffentlicht.
Die römische Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlicht am 14. März 2007 eine "Notificatio" zu einigen Werken des salvadorianischen Befreiungstheologen Jon Sobrino SJ.
Dazu ein Zitat von Karl Rahner:
"Wenn man nichts schreibt oder nur die altgebahnten Wege wandelt, dann hat man es leicht und bequem. Ob man als kirchlicher Theologe dann seine Pflicht getan hat, ist eine andere Frage, auch wenn man dann das Sanctum Officium nicht zu fürchten braucht."
Karl Rahner, um 1950 nach dem ordensinternen Verbot, seine Studie "Assumptio Beatae Mariae Virginis" zu veröffentlichen; vgl.: Maria, Mutter des Herrn. Mariologische Studien, Karl Rahner Werkausgabe 9, Freiburg 2004.
Weitere Informationen und Stellungnahmen:
- glaubenskongregation_-_notificatio_jon_sobrino_-_englisch.doc (doc / 142 KB)
- glaubenskongregation_-_erklaerung_zur_notificatio_jon_sobrino_-_englisch.doc (doc / 45 KB)
- brief_sobrinos_an_den_generaloberen_des_jesuitenordens.doc (doc / 69 KB)
- stellungnahme_europaeische_gesellschaft_fuer_katholische_theologie.doc (doc / 22 KB)
- stellungnahme_theologische_fakultaet_muenster.doc (doc / 106 KB)
- stellungnahme_andreas_batlogg_und_michael_sievernich.doc (doc / 29 KB)
- stellungnahme_peter_huenermann_herkorr.pdf (pdf / 69 KB)
- stellungnahme_theologische_fakultaet_luzern.pdf (pdf / 35 KB)
