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Religiöse Bildung und Erziehung auf der Basisstufe

Eine religionspädagogische Weiterbildung zur Arbeit mit 4-8jährigen Kindern

27. September 2006, 14.15-18.30 Uhr
Universität Luzern, Pfistergasse 20
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  1. Thema und Ziel der Weiterbildung
  2. Bericht der Tagung
  3. Postulate und Referante

Thema und Ziel der Weiterbildung

In der Basisstufe werden Kindergarten und Unterstufe künftig zusammengefasst. Neu daran ist, dass der Unterricht in alters- und leistungsheterogenen Gruppen stattfindet. Die Deutschschweizer Kantone haben ein umfangreiches Projekt gestartet, das die Basisstufe wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Dabei stehen die didaktischen Herausforderungen in der Bildung und der Erziehung der 4- bis 8-jährigen Kindern in heterogenen Lerngruppen im Mittelpunkt.

Fragen der religiösen Bildung und Erziehung waren in diesem Zusammenhang bisher kein Thema. Entwicklungspsychologische Erkenntnisse geben Aufschluss darüber, was die religiöse und persönliche Entwicklung dieser Kinder fördern kann. Dies berührt hauptsächlich Fragen der Identität, der Ethik und der Begegnung mit Religion. Dass diese Fragen keineswegs von aussen aufgesetzt werden, sondern Anliegen der Kinder ausdrücken, haben „Kinderphilosophie“ und „Kindertheologie“ gezeigt.

Die Veranstaltung präsentiert eine kompakte Information zur Basisstufe ebenso wie zu den  Erfordernissen religiöser Entwicklung in der entsprechenden Altersgruppe und will eine Diskussion ermöglichen über die Konsequenzen und Anforderungen, die sich daraus ergeben. Ziel ist es, einen Katalog zu erstellen, in dem die Konsequenzen festgehalten und die Anforderungen an die beteiligten Institutionen wie Kirchen und Religionsgemeinschaften einerseits sowie Schule und Pädagogische Hochschulen andererseits formuliert werden. nach oben

Bericht der Tagung

„Nicht alle Kinder machen den ‚Knopf’ zur selben Zeit auf“ sagt der Luzernen Bildungsdirektor Dr. Anton Schwingruber. Deshalb macht auch der Kanton Luzern bei den Schulversuchen für eine neue Basisstufe für die vier- bis achtjährigen Kinder mit. Damit soll den unterschiedlichen Voraussetzungen und Entwicklungen der Kinder so begegnet werden, dass sie in angepasstem Tempo und Rhythmus, im Wechsel von Spielen und Lernen und mit individueller Förderung die Ziele der schulischen Unterstufe optimaler erreichen können.
Rund hundert interessierte Lehrpersonen und Fachleute sind der Einladung zur Tagung „Religiöse Bildung und Erziehung auf der Basisstufe“ gefolgt. Der Rektor der Universität Luzern, Prof. Dr. Markus Ries, würdigte die Initiative des RPI und die Zusammenarbeit mit den Pädagogischen Hochschulen und Fachstellen. Er verglich das Ereignis mit früheren Aufbrüchen in der Geschichte der Religionspädagogik und stellte fest: „Die Luzerner Religionspädagogik hat die Nase vorn“.
Prof. Kuno Schmid, PH Nordwestschweiz und Dozent am RPI führte zuerst ins Thema ein. Er zeigte auf, wie die Pädagogischen Hochschulen mit ihren Studiengängen und die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) mit ihren Zielen für die Harmonisierung im Bereich des Schuleintrittes pädagogisch argumentieren und die Erneuerung der Bildungsstufe für die vier- bis achtjährigen Kinder begründen. Unter der Federführung der EDK-Ost ist zurzeit ein umfangreicher Schulversuch auf der Eingangsstufe im Gange, an dem sich alle Deutschschweizer Kantone beteiligen. Die Bildungsfachfrau Esther Zumbrunn war bis April 2006 Koordinatorin dieses Projekts. Sie stellte in ihrem Referat die Eckwerte des Reformvorhabens vor. Es war ihr dabei ein Anliegen, die übergeordneten Bildungsziele aufzuzeigen. Sie vertritt eine ganzheitliche Förderung der Kinder auf der neuen Basisstufe. Zu diesem Anliegen gehöre für sie auch die religiöse Bildung.
Dieser zentralen Frage, ob es eine religiöse Bildung auf der Basisstufe brauche, ging Dr. Monika Jakobs, Professorin für Religionspädagogik und Katechetik an der Universität Luzern nach. Sie stellte zunächst fest, dass Religion auf der Basisstufe auf vielfältige Weise anwesend ist: durch die Einstellung der Lehrpersonen zu religiösen Fragen, durch die unterschiedlichen religiösen Prägungen der Kinder, durch die impliziten religiösen Bezüge in Geschichten und Themen, in der Gestaltung von Jahreszeiten und Festtagen. Religion wird in der Schule zu einer öffentliche Angelegenheit und soll deshalb im Sinne der Förderung von religiöser Kompetenz gestaltet werden. Die grossen Fragen der Kinder, Rituale, Symbolisches und Geheimnisvolles sind die Elemente, aus denen Kinder ‚Sinn’ konstruieren und uns oft mit ihren Sichtweisen verblüffen. 
In verschiedenen Workshops setzten sich die Tagungsteilnehmenden mit den Fragen auseinander, wie die Schule, die Kirchen, die Lehrpersonenbildung oder die Bildungsverwaltung mit dieser Frage nach religiösem Kompetenzaufbau umgehen sollen; oder wie es Monika Jakob formulierte: „ihre Hausaufgaben machen könnten“.
Die Resultate der vier Arbeitsgruppen werden von den verschiedenen Verantwortungsträgern weiter diskutiert.


Kuno Schmid nach oben

Postulate und Referante

Nachfolgend finden Sie die Postulate, welche sich aus den Workshops ergeben haben sowie die Referate von Frau Prof. Dr. Monika Jakobs und Frau lic.phil. Esther Zumbrunn. nach oben
Diese Seite wird bearbeitet von: Gabriela Lischer

Änderungsdatum: 02. Juli 2007